Wirtschaft : Escada: Modekonzern baut US-Geschäft aus

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"Escada hat jetzt die Weichen für profitables Wachstum gestellt", sagte Finanzvorstand Georg Kellinghusen zum neuen Kurs des Modekonzerns am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz. Im Geschäftsjahr 1999/2000 hatte Escada den Umsatz um etwa zehn Prozent auf 1,6 Milliarden Mark gesteigert. Das Ergebnis war durch hohe außerordentliche Aufwendungen für die Restrukturierung belastet. So lag der Jahresüberschuss bei nur 3,9 Millionen Mark (Vorjahr: 49 Millionen Mark). Künftig will sich der Modekonzern auf die Marken "Escada" und "Laurel" konzentrieren und den Anteil des renditestarken Accessoires-Geschäftes deutlich steigern.

Die Börse honorierte bereits den neuen Kurs. So schoss die Escada-Aktie von unter 90 Euro im vergangenen November auf zwischenzeitlich bis zu 200 Euro in den vergangenen Tagen. Gestern gab der M-Dax-Wert wieder leicht ab. Eine Vielzahl von Analysten empfehlen Escada zum Kauf. Die Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney hat sogar ein Kursziel von 325 Euro ausgegeben. Escada bezogen auf den Umsatz hinter Hugo Boss zwar der zweitgrößte Modekonzern in Deutschland. Die Münchner, auf Damenmode konzentriert, sind aber noch deutlich ertragsschwächer als der Herrenausstatter Boss.

Gefahr droht derzeit von der schlechten Konjunkturentwicklung in den USA und in Japan. Vorstandschef und Großaktionär Wolfgang Ley berichtete gestern, gerade wohlhabende Kunden in den USA hielten sich angesichts der Unsicherheit an den Börsen mit Käufen zurück. Er rechne aber mit einer Besserung des Konsumklimas im zweiten Halbjahr. Nordamerika ist mit einem Umsatzanteil von knapp 30 Prozent hinter Europa der zweitwichtigste Markt für Escada. Die Investitionsvorhaben für die USA würden planmäßig weiter verfolgt, betonte Ley. Demnächst soll in New York ein neues Escada-Geschäft eröffnet werden. Auch in Tokio soll im kommenden Jahr ein eigenes Geschäft hinzukommen.

Escada werde sowohl in den USA als auch in Japan in der Konjunkturkrise die Marktposition ausbauen, versprach Ley. Die Planungen für Umsatz und Gewinn würden durch die schleppende Entwicklung in den beiden wichtigen Märkten nicht tangiert, sagte Finanzvorstand Kellinghusen. Danach ist für 2000/01 ein Umsatzplus von gut 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Mark geplant. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll sogar um über 40 Prozent auf 121 Millionen Mark steigen. Bis 2003 strebt Escada dann einen Umsatz von 2,3 Milliarden Mark an. Bis dahin soll die Kapitalrendite mindestens bei 20 Prozent liegen.

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