Wirtschaft : Esser braucht neue Argumente (Kommentar)

Corinna Visser

In der Branche spricht jeder mit jedem - so heißt es immer, wenn Gerüchte über Verhandlungen zwischen dem einem mit dem anderen Telekommunikationskonzern die Runde machen. Tatsächlich ergeben sich fast jeden Tag neue Konstellationen, keine Kombination erscheint mehr undenkbar.

Zu einem der eifrigsten Neukombinierer der Branche schient Vodafone-Chef Chris Gent zu zählen, der sich zu Beginn seiner Globalisierungsstrategie im Übernahmepoker um die amerikanische Mobilfunkgesellschaft Airtouch gegen weitaus größere Konmukuurenten durchsetzte. Jetzt versucht er in Europa die Marktführerschaft zu gewinnen. Im Übernahmkampf um Mannesmann ist ihm dabei jetzt ein entscheidender Coup gelungen. Der neue Partner Vivendi galt bisher als möglicher weißer Ritter für Mannesmann. das Unternehmen, dass durch eine Partnerschaft mit den Düsseldorfern das Unternehmen vor der unerwünschten Übernahme schützen könnte. Doch dieser Ausweg ist nun abgeschnitten.

Schon greift Gent nach dem nächsten in Frage kommenden Rettungsanker für Mannesmann: Könnten die Düseldorfer bei AOL Europe einsteigen, so könnte diese Perspektive viele Aktionäre überzeugen, sich nicht von ihren Mannesmann-Papieren zu trennen. Doch auch Gent, so hört man, habe bereits bei Bertelsmann angefragt, ob er Partner bei AOL Europe werden könne.

Mannesmann-Chef Klaus Esser argumentiert immer, sein Konzern habe 2,6 Millionen Internetkunden in Deutschland und Italien, Vodafone dagegen habe weltweit null. So wie es aussieht, ist Gent gerade dabei diese Zahl kräftig zu erhöhen. Esser muss jetzt handeln und noch vor dem 7. Februar neue Argumente liefern. Sonst könnte es ihm schwer fallen, sie Anteilseigner zu überzeugen, warum das Vodafone-Angebot unattraktiv sein soll.

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