Wirtschaft : Eternit kann Umsatzeinbruch auffangen

Berliner Baustoffkonzern erzielt trotz Bauflaute den höchsten Überschuß in fünf Jahren

BERLIN (dw).Die rückläufige Baukonjunktur und der extrem lange Winter hat dem Berliner Baustoffkonzern Eternit AG im vergangenen Jahr einen zwölfprozentigen Umsatzeinbruch auf 592,8 Mill.DM beschert.Mit neuen Produkten und effektiven Kostenmanagement habe das Unternehmen aber dennoch "ein solides finanzielles Fundament erarbeitet", erklärte der Eternit-Vorstandsvorsitzende Werner Rüberg am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz."Wir sind stolz darauf, trotz des Umsatzrückgangs mit 21,4 Mill.DM den höchsten Jahresüberschuß der letzten fünf Jahre erreicht zu haben." Die Eigenkapitalrendite, betonte Rüberg, betrage 21,4 Prozent und liege damit weit über dem Durchschnitt der Wirtschaft.
Auch das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wertete Rüberg als Erfolg.Trotz des drastischen Umsatzrückgangs liege der Betrag "lediglich um 8,5 Mill.DM unter dem Vorjahreswert", betonte der Eternit-Chef.Man habe 1996 im Bereich Faserzement und Betondachstein "bewußt Marktanteilsverluste in Kauf genommen, um nicht an dem ruinösen Preiswettbewerb teilzunehmen", beschrieb Rüberg die Unternehmensstrategie."Das Einlassen auf den Preiskampf hätte nicht nur unser Profil als Anbieter hochwertiger Qualitätsprodukte gefährdet, sondern auch unser Ergebnis." Die gute Ertragslage ermögliche es nun, wie im Vorjahr eine Dividende von 20 DM je Aktie auszuschütten.Angesichts weiterhin sinkender Bauinvestitionen und schlechter politischer Rahmenbedingungen erwartet Eternit für 1997 gleichbleibende Umsätze und Erträge.Mit einem "bescheidenen Wachstumspfad" rechne man erst wieder nach 1998, so Rüberg.
Künftig wolle das Unternehmen einen Schwerpunkt auf den Bereich "geneigtes Dach" setzen.Ein Zugpferd der Produktpalette soll die in 126 verschiedenen Farben verfügbare Dachplatte "Rhombus" werden, die sich durch niedrige Verlegekosten und gute Dachgestaltungsmöglichkeiten auszeichne.Regional will Eternit vor allem in Osteuropa expandieren.Rüberg kündigte an, bis zum Jahre 2004 drei Werke für Betondachsteine in Polen zu errichten.Die Investitionssumme für das erste Werk, rund 10 Mill.DM, habe der Aufsichtsrat am Donnerstag gebilligt.Vor allem die niedrigen Personalkosten habe die Standortentscheidung ausgelöst.Eine Arbeitsstunde in Polen schlage gegenüber der deutschen Arbeitsstunde nur mit 13 Prozent zu Buche.Interessant seien auch Tschechien und das Baltikum.Erst vor wenigen Wochen hatte Eternit in Litauen die erste asbestfreie Produktionslinie für Faserzement eingeweiht.
Eternit beschäftigt bundesweit rund 2480 Mitarbeiter, davon in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin etwa 700.Im vergangenen Jahr wurden rund 100 Arbeitsplätze abgebaut.Für 1997 sei jedoch kein weiterer Personalabbau geplant, versicherte Rüberg.Im Gegenteil werde es in Teilbereichen zu Neueinstellungen kommen.

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