Wirtschaft : Etienne Aigner: Lederwarenhersteller zahlt wieder Dividende

Der Luxus-Lederwarenhersteller Etienne Aigner ist nach zwei Jahren in die Gewinnzone zurückkehrt und will wieder Dividende zahlen. Alleinvorstand Udo Dengs, der 1999 als Krisenmanager einsprang, kündigte am Montag in München für das Geschäftsjahr 2000 eine geplante Ausschüttung von 15 DM je Aktie an. Zuletzt hatte die Etienne Aigner AG (München) für 1997 eine Dividende von 33 Mark DM je Aktie gezahlt. Der Konzern will mit neuen Shops und verjüngtem Auftritt zügig wachsen und auf dem US-Markt Fuß fassen.

"Etienne Aigner hat sich einer kompletten Verjüngungskur unterworfen und ist wieder auf Expansionskurs", erklärte Dengs. Der Konzern war 1998 vor allem durch einen Absatzeinbruch in Asien in die Verlustzone gerutscht und beim Umsatz stark eingebrochen. Im vergangenen Jahr gelang der Lederwarengruppe auf ihrem Spezialgebiet Taschen, Accessoires und Gürtel ein Comeback. Der Umsatz stieg um 26 Prozent auf knapp 75 Millionen Mark, einschließlich Lizenznehmer (Bekleidung, Brillen) auf 126 (Vorjahr: 102) Millionen Mark. Der Überschuss erreichte 3,9 Millionen Mark nach einem Minus von 0,03 Millionen Mark im Vorjahr und 3,9 Millionen Mark Verlust 1998. Im laufenden Jahr rechnet Dengs mit einem zweistelligen Umsatzplus und einem insgesamt stabilen Gewinn. Im vergangenen Jahr seien 36 neue Shops eröffnet worden. Inzwischen präsentiere sich die Markte weltweit in 130 Shops und über 600 Outlets. Weitere 20 Standorte seien vorgesehen.

Das Unternehmen bezieht das Leder für seine hochwertigen Kollektionen hauptsächlich aus Deutschland und Frankreich. Um die Abhängigkeit von den asiatischen Märkten zu verringern, steigt Aigner in den USA ein. Die Rechte für den gesamten amerikanischen Markt lagen bislang beim US-Konzern Etienne Aigner, einem völlig getrennt von der deutschen AG agierenden Unternehmen mit einem preiswerteren Angebot vor allem an Schuhen. Der verstorbene Schöpfer der Marke, Etienne Aigner, hatte vor über 35 Jahren die Rechte für Amerika und die übrige Welt getrennt vergeben. Dengs hat für die deutsche AG inzwischen die Rechte für Hawaii erworben und versucht nun, den US-Konzern davon zu überzeugen, dass die deutsche Aigner an weiteren US-Standorten vertreten sein sollte.

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