Etikettenschwindel : Radeberger unterliegt im Pfandstreit

Der Braukonzern hat im Streit um Pfand-Tricksereien eine Niederlage vor Gericht erlitten. Er muss jetzt der Umwelthilfe die Abmahnkosten erstatten.

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Radeberger soll Einwegflaschen als Mehrweg verkauft haben.
Radeberger soll Einwegflaschen als Mehrweg verkauft haben.Foto: dpa

Der Brauereikonzern Radeberger hat im Pfandstreit um Bierflaschen der Marke Corona vor Gericht eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Frankfurt am Main verpflichtete das Unternehmen dazu, Abmahngebühren zu übernehmen, die der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im Streit mit Radeberger entstanden waren. Das geht aus der Urteilsbegründung hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte dem Konzern Etikettenschwindel vorgeworfen. Radeberger hatte Bier der Marke Corona in Mehrwegflaschen verkauft und dafür acht Cent Pfand verlangt. Dabei hatte die Umwelthilfe bei Testkäufen festgestellt, dass die Flaschen neu waren. Entsprechend, so die Folgerung der Organisation, handele es sich um Einwegflaschen, auf die Radeberger 25 Cent Pfand verlangen müsste. Die Brauereigruppe hatte dagegen argumentiert, die Flaschen würden zum Produzenten nach Mexiko zurückgeschifft und neu befüllt in andere Märkte in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten verkauft. Daraufhin hat die DUH den Konzern abgemahnt. Radeberger unterschrieb eine Unterlassungserklärung, weigerte sich jedoch, die Gebühren der Abmahnung zu bezahlen.

Die Richter gaben jetzt der Umwelthilfe Recht. Weil die Flaschen nur einmal wieder befüllt worden seien und nicht – wie es die Verpackungsordnung vorsieht – mindestens zwei Mal, habe es sich um Einweg gehandelt, heißt es in der Urteilsbegründung. Radeberger räumte am Donnerstag ein, es habe ein „Abstimmungsproblem“ zwischen Mexiko und Deutschland gegeben. Das sei jedoch nach Bekanntwerden behoben worden. Jetzt würden die von Deutschland zurückgeführten Flaschen in Mexiko mehrfach wiederbefüllt und nach Deutschland zurücktransportiert. mit dpa

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