Wirtschaft : EU-Erweiterung: Polen

Polen hat das Ticket in die EU so gut wie sicher: Das Land wird auf jeden Fall zur den ersten Beitrittsländern gehören - das hat Deutschland stets versichert. Weil sie sich so sicher fühlt, hat die größte Volkswirtschaft Osteuropas womöglich ihren Spitzenplatz eingebüßt, was die Beitrittsverhandlungen betrifft. In Brüssel ist man über die harte Haltung in puncto Landwirtschaft und Umweltschutz nicht glücklich. Im Vergleich zu Westeuropa und den anderen Kandidaten ist die polnische Landwirtschaft groß, unproduktiv und technisch veraltet. Noch jeder Siebte arbeitet in diesem Sektor. Hohe Investitionen werden nötig sein, um Wettbewerbsfähigkeit, vor allem aber EU-Produktions- und Produktstandards zu erfüllen. Deshalb pocht die Regierung auf Übergangsfristen, bis sie die EU-Normen erfüllen muss. Ansonsten kann Polen große Fortschritte auf dem Weg in die EU vorweisen: Heute ist das Land eines der dynamischsten unter den Kandidaten und auf dem besten Wege, mit hohen Wachstumsraten zu den EU-Ländern aufzuschließen. Bei der Erfüllung der so genannten Kopenhagener Kriterien für den Beitritt (Marktwirtschaft, demokratischer Rechtsstaat mit Menschenrechten, Übernahme des EU-Rechts)liegt Polen hinter Slowenien und Tschechien auf Platz drei. Besonders in den Bereichen Verwaltung, Bankensektor und Rechtssystem steht man gut da.

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