Wirtschaft : EU-Erweiterung: Slowenien

Slowenien ist Spitze. Unter allen zehn osteuropäischen EU-Beitrittskandidaten hat das kleine Land die besten Chancen, bald in die Union aufgenommen zu werden. Weil die Mehrheit der Bürger sich davon eine Menge verspricht, hat Slowenien die meisten Anforderungen der EU bereits erfüllt. Allein beim Grund- und Immobilienbesitz sind Ausländer und ihr Kapital noch nicht so recht willkommen im Land. Dafür ist die slowenische Wirtschaft ein Musterknabe, trotz der im osteuropäischen Vergleich hohen Löhne: Die Produktivität ist hoch, und der Export funktionierte sogar während des Jugoslawien-Krieges erstaunlich gut dank der günstigen geografischen Lage als EU-Anrainer. Eine hohe Wachstumsrate und eine niedrige Arbeitslosenquote sind die Folge. Daher rührt auch das höchste Pro-Kopf-Einkommen aller osteuropäischer Beitrittskandidaten, das dem von Griechenland und Portugal kaum nachsteht. Leistungsbilanz und Staatshaushalt weisen nur geringe Defizite auf, und die öffentliche Verschuldung ist halb so hoch wie in den Maastrichter Euro-Kriterien verlangt. Eine große Herausforderung ist aber noch zu meistern: Die Anpassung des slowenischen Rechts an den europäischen Standard. Danach müssen bis zum Jahr 2002 nicht weniger als 150 neue Gesetze und knapp 500 andere Rechtsnormen verabschiedet werden.

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