Wirtschaft : EU genehmigt den Zusammenschluß, beschneidet aber die Größe von Aventis

Die Europäische Union (EU) hat die Fusion der Chemiekonzerne Hoechst und Rhone-Poulenc SA unter Auflagen genehmigt. Hoechst müsse die Agrevo-Tochter Isoproturon (IPU) verkaufen, um die EU-Zustimmung zur Fusion zu erhalten, teilte die europäische Wettbewerbsbehörde am Dienstag mit. Rhone und Poulenc müssen darüber hinaus die meisten ihrer Chemie- und Tiergesundheitssparten einschließlich der Rhone-Chemietochter Rhodia verkaufen.

Durch den Zusammenschluss der beiden Firmen zu Aventis soll das weltweit größte Pharma- und Planzenschutz-Unternehmen entstehen. Hoechst und die französische Rhone-Poulenc wollen in Aventis ihre Bereiche Gesundheit und Ernährung (Life Science) zusammenlegen. Der neue Konzern wird nach Angaben vom künftigen Vorstandschef Jürgen Dormann zunächst pro Jahr rund 18 Mrd. Euro umsetzen und 92 000 Mitarbeiter beschäftigen. Hoechst und Rhone-Poulenc wollen ihre jeweiligen Chemiegeschäfte in eine neue Firma mit dem Namen Celanese ausgliedern.

Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche die Frist für die Überprüfung der geplanten Fusion bis zum 9. August verlängert. Ursprünglich hätte die Behörde innerhalb eines Monats nach Ankündigung der Fusion am 24. Juni ihre Entscheidung treffen sollen. Rhodia hatte vor kurzem erklärt, das Unternehmen hoffe, dass die Muttergesellschaft ihre 68-prozentige Beteiligung an Rhodia bis Ende dieses Jahres verkaufen werde. Erst Mitte des letzten Monats hatten die Aktionäre von Hoechst der Unternehmensführung grünes Licht für eine Fusion gegeben. In Frankfurt rechnet man damit, dass der neugeschaffene Konzern im ersten Geschäftsjahr vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen einen Gewinn von mindestens vier Mrd. Euro einfahren wird. Bei der jüngsten Hoechst-Hauptversammlung hatte es Kritik am Unternehmenskurs gegeben.

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