Wirtschaft : EU-Gipfel: Beitrittskandidat: Ungarn

Paul Kreiner

Von der EU-Kommission hat Ungarn die besten Noten als Beitrittskandidat erhalten. "In naher Zukunft", heißt es im Brüsseler Fortschrittsbericht, werde das zehn Millionen Einwohner starke Ungarn in der EU mithalten können. Das Bruttoinlandsprodukt wächst seit 1996 um bis zu 4,9 Prozent pro Jahr; im ersten Halbjahr 2000 sogar um 6,2 Prozent. Das Haushaltsdefizit sinkt stetig und dürfte dieses Jahr bei 3,5 Prozent ankommen. Ebenso nimmt die Arbeitslosenrate seit 1996 ab: von knapp zehn auf unter sieben Prozent; in Westungarn sucht man sogar händeringend nach Arbeitskräften. Die Reallöhne steigen, die Inlandsnachfrage mit ihnen. Weniger glücklich ist die EU-Kommission mit der Inflationsrate. Sie liegt bei etwa zehn Prozent; Brüssel mahnt Wachsamkeit an. Ungarn ist bereits jetzt sehr eng mit der EU verflochten: Gut 76 Prozent aller Exporte, über 90 Prozent bei Industriegütern, gehen in die EU, die meisten nach Deutschland; 64,4 Prozent aller Einfuhren stammen aus der Eu.

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