EU-Gipfelbeschluss : Malta und Zypern führen 2008 den Euro ein

Jetzt ist es offiziell: Das Euro-Gebiet wird zum kommenden Jahreswechsel um Malta und Zypern auf 15 Länder erweitert.

BrüsselDas Euro-Gebiet wird zum kommenden Jahreswechsel um Malta und Zypern erweitert. Das beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen. Damit wird sich das gemeinsame Währungsgebiet auf 15 Länder mit rund 320 Millionen Menschen vergrößern.

Der Gipfel beglückwünschte die beiden Mittelmeerinseln zur Erfüllung der Maastrichter Stabilitätskriterien. Beide Länder waren mit der großen Erweiterungswelle zum 1. Mai 2004 zur Union gestoßen. Die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank hatten Malta und Zypern im Mai attestiert, dass sie ihre Neuverschuldung und ihre Inflation dauerhaft im Griff haben. Das Europaparlament hatte am Mittwoch grünes Licht gegeben.

Die EU-Finanzminister werden am 10. Juli die endgültigen Umtauschkurse für das zyprische Pfund und die maltesische Lira festlegen. Es ist die dritte Vergrößerung des noch jungen Währungsgebietes. Die Euro-Einführung nährt in Zypern Hoffnungen auf die Wiedervereinigung der in einen Nord- und Südteil gespaltenen Insel.

Mögliche Vereinigung Zyperns kein Hinderungsgrund

Die Kommission sieht in den völlig unbekannten wirtschaftlichen Folgen einer möglichen Vereinigung Zyperns keinen Hinderungsgrund für den Euro. Die EU-Behörde warnt gleichzeitig vor einer einseitigen Einführung der Gemeinschaftswährung im türkisch besetzten Nordteil. Bei einer Wiedervereinigung der Insel wird der Euro auf die ganze Insel ausgedehnt.

Mit Malta und Zypern werden dann drei der zwölf "neuen" EU-Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeer Mitglied der Währungsunion sein. Slowenien gehört dem Eurogebiet seit Jahresbeginn an. In den anderen Beitritts-Ländern machen hohe Inflation oder hohe Budgetdefizite Probleme.

Die Münzen Maltas werden unter anderem das Malteserkreuz, das Wappen des Landes und die prähistorische Tempelanlage Mnajdra tragen. Motive Zypern sind eine prähistorische Figur, das Idol von Pomos, und ein Handelschiff der alten Griechen, das so genannte Schiff von Kyrenia. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar