EU-Investitionsfonds : Eine Milliarde Euro mehr für Start-ups

EU-Kommissionspräsident Juncker will die Wirtschaft mit mehr als 300 Milliarden Euro ankurbeln. Ein Teil davon soll bei den Start-ups landen.

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Jean-Claude Juncker will mit staatlichen Mitteln private Investoren anlocken.
Jean-Claude Juncker will mit staatlichen Mitteln private Investoren anlocken.Foto: dpa

Deutsche Start-ups und junge Unternehmen sollen im Rahmen der europäischen Investitionsinitiative stärker gefördert werden. Die staatliche KfW-Bankengruppe und der Europäische Investitionsfonds (EIF) unterzeichneten am Donnerstag im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin ein entsprechendes Abkommen, das ein Fördervolumen von einer Milliarde Euro hat. Damit sollen mehr als 20.000 Gründer unterstützt werden, die Darlehen von jeweils bis zu 100.000 Euro aufnehmen können. Die Kredite werden durch eine Garantie des EIF gesichert.

Es ist das erste deutsche Projekt des von EU-Präsident Jean-Claude Juncker angestoßenen Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) – auch „Juncker-Fonds“ genannt. Innerhalb der kommenden drei Jahre soll der Fonds in Europa zusätzliche Investitionen in Höhe von 315 Milliarden Euro – vor allem aus privaten Quellen – mobilisieren.

Machnig: Mehr Investitionen dringend notwendig

„Ein solches Programm ist in Deutschland dringend erforderlich“, sagte Matthias Machnig, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Das deutsche Investitionsniveau liege unter dem Durchschnitt der europäischen Länder und noch deutlicher unter dem aller OECD-Länder. Insbesondere Gründer hätten häufig Probleme, „kleinteilige und risikobehaftete“ Kredite bei ihrer Hausbank zu bekommen, sagte Kfw-Vorstandsmitglied Ingrid Hengster.

Mit der nun beschlossenen Erweiterung des Existenzgründerprogramms „ERP-Gründerkredit– Start-Geld“ könne Abhilfe geschaffen werden. Start-ups seien wichtig für die Volkswirtschaft: Allein 2014 seien 750.000 Jobs durch Neugründungen entstanden.

Das gilt ab sofort

EU-Kommissionsvize Jyrki Katainen, der für Jobs, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zuständig ist, sprach am Donnerstag von „fantastischen Neuigkeiten“ für Start-ups in Deutschland. Die Darlehen sollten an Firmen gehen, die expandieren und Jobs schaffen. „Das sind genau die Gründe, warum der Investitionsplan lanciert wurde.“

Die EU hatte im Mai die Investitionsoffensive beschlossen, um mehr für die Wettbewerbsfähigkeit und damit das Wachstum der europäischen Wirtschaft zu tun. Der Bund unterstützt den „Juncker-Fonds“ mit insgesamt acht Milliarden Euro; eine Milliarde Euro davon fließt nun in das aufgestockte Gründerprogramm. KfW-Vorstand Hengster zufolge kann es ab sofort in Anspruch genommen werden. Ausgereicht werden die Darlehen über die Hausbanken, die KfW deckt 80 Prozent des Ausfallrisikos ab.

Über die Verwendung der restlichen sieben Milliarden Euro gibt es noch keine konkreten Abkommen. Die Fondsmittel sollen aber überwiegend in Schlüsselbereiche wie Infrastruktur und Innovationen sowie die Förderung junger Unternehmen – etwa über Risikokapital und Garantien – fließen.


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