Wirtschaft : EU klagt gegen Auto-Gebühr in Russland Importschranken für europäische Hersteller

Brüssel/Moskau - Der Handelsstreit mit Russland um Importschranken für europäische Autos spitzt sich zu: Die EU hat die Welthandelsorganisation WTO eingeschaltet. Die Europäer haben sich in Genf über die russische Sonderabgabe – eine Recycling-Gebühr – auf Autos beschwert, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Seit einem Jahr gibt es Streit um diese Abgabe, mit der Moskau seine heimische Autoproduktion schützt. Europäische Hersteller sehen sich dadurch auf dem wichtigen russischen Markt benachteiligt.

Russland, das erst seit knapp einem Jahr der WTO angehört und drittgrößter Handelspartner der EU ist, ist zum ersten Mal mit einer Klage der EU konfrontiert. Autos und Autoteile gehören zu den wichtigsten EU-Exporten nach Russland. Der Autoexport der EU beläuft sich auf zehn Milliarden Euro jährlich. Seit Einführung der russischen Sonderabgabe im September 2012 sind diese Exporte laut EU-Diplomaten um sieben Prozent geschrumpft – obwohl der russische Automarkt wuchs. Europäische Hersteller halten bedeutende Marktanteile in Russland. Der wachsende Markt bietet den Konzernen außerdem neben China, den USA und Brasilien, einen Ausgleich für die Absatzschwäche in Westeuropa.

Allerdings zeigt sich auch der russische Automarkt aktuell nicht in Bestform. So setzte zum Beispiel Europas größter Autobauer Volkswagen im ersten Halbjahr 77 300 Fahrzeuge seiner Kernmarke VW in Russland ab – 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotz des Einbruchs der europäischen Märkte konnte VW insgesamt aber so viele Neuwagen verkaufen wie nie zuvor. Die Auslieferungen kletterten von Januar bis Juni weltweit um 4,4 Prozent auf 2,91 Millionen Autos, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Damit setzte sich VW vom angeschlagenen Konkurrenten PSA aus Frankreich ab, der in der ersten Jahreshälfte mit 1,46 Millionen Neuwagen knapp zehn Prozent weniger Pkw verkaufte als vor Jahresfrist. dpa/rtr

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