EU-Kommission : Facebook darf WhatsApp übernehmen

Weil Facebook der eigene Messenger nicht reicht, will es sich mit WhatsApp den Marktführer einverleiben - für 19 Milliarden Dollar. Trotz der hohen Nutzerzahl beider Apps sehen die Wettbewerbshüter darin kein Problem.

Daumen hoch für die WhatsApp-Übernahme durch Facebook. Die Wettbewerbshüter in Brüssel haben nichts dagegen.
Daumen hoch für die WhatsApp-Übernahme durch Facebook. Die Wettbewerbshüter in Brüssel haben nichts dagegen.Foto: AFP

Grünes Licht für die Übernahme des Nachrichtendienstes WhatsApp durch Facebook: Das soziale Netzwerk darf die beliebte Anwendung für Smartphones ohne Auflagen übernehmen, entschied die EU-Kommission am Freitag in Brüssel.

Zwar bieten beide Unternehmen Apps für Mobiltelefone an, durch die Verbraucher miteinander Textnachrichten oder Fotos austauschen können. Die beiden Dienste seien aber "keine engen Wettbewerber", zudem gebe es auch nach einem Zusammenschluss noch eine große Auswahl an Alternativen, begründeten die Brüsseler Wettbewerbshüter den Beschluss.

"Facebook Messenger und WhatsApp sind zwar zwei der beliebtesten Apps, aber die meisten Menschen nutzen ohnehin mehr als eine App", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. "Wir haben die geplante Übernahme sorgfältig geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass sie den Wettbewerb auf diesem dynamischen, expandierenden Markt nicht beeinträchtigen wird."

Wie bei Facebook gearbeitet wird
Der Mega-Börsengang von Facebook fachte den Internet-Goldrausch an. Der monumentale Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar, die atemberaubenden Gewinne für frühe Investoren - all das zeigte tausenden Jungunternehmern und Startup-Geldgebern, wie ihr Traum zur Wirklichkeit werden kann. Dann stürzte die Aktie ab. Doch wie wird der Wert hinter dem Papier erarbeitet?Weitere Bilder anzeigen
1 von 30Foto: Matt Harnack / Facebook
18.05.2012 17:34Der Mega-Börsengang von Facebook fachte den Internet-Goldrausch an. Der monumentale Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar,...

Datenschützer hatten Bedenken

Facebook hatte im Februar den Kauf von WhatsApp angekündigt. Das soziale Netzwerk will 19 Milliarden Dollar (knapp 15 Milliarden Euro) in bar und in Aktien zahlen. Die US-Behörden hatten im April schon grünes Licht gegeben.

Vor allem Datenschützer hatten daraufhin Bedenken geäußert: Die Datensätze - WhatsApp kann auf die Kontakte seiner Nutzer zugreifen - könnten nach einer Übernahme von Facebook zu Werbezwecken genutzt werden. WhatsApp hingegen hatte immer wieder verkündet, die Daten blieben beim Unternehmen.

Der Kauf ist Facebooks bisher größte Übernahme. Dadurch dürfte der Konzern auf dem Markt mit mobilen Angeboten noch stärker werden. Während Facebook mehr als eine Milliarde Nutzer weltweit verzeichnet, nutzen WhatsApp nach eigenen Angaben mehr als eine halbe Milliarde Menschen. (AFP)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben