Wirtschaft : EU-Kommission warnt Kirch und Bertelsmann

Auch Fifa durchkreuzt die Pläne

MÜNCHEN/BRÜSSEL (tmh/dpa).Der Fußballweltverband Fifa durchkreuzt die Pläne von Medienmogul Leo Kirch für die Ausstrahlung der Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 im Bezahlfernsehen.Alle Spiele müßten auch hierzulande entgegen Kirchs Plänen flächendeckend im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden, sagte Fifa-Generalsekretär Joseph Blatter in einem Interview.Kirch will die WM-Spiele bis zum Viertelfinale ausschließlich per Pay-TV vermarkten, was bereits große Teile von Politik und Öffentlichkeit dagegen aufgebracht hat."Pay-per-view ist bei uns tabu, ausgeschlossen in jeder Hinsicht," sagte Blatter.Die Fifa habe ein Vetorecht für die WM-Vermarktung.Falls Kirch das nicht akzeptiere, könne er aus dem Grundvertrag aussteigen. Wie außerdem am Wochenende bekannt wurde, droht den Medienkonzernen Kirch und Bertelsmann durch die EU-Kommission ein neuer Rückschlag bei ihren Plänen für das digitale Pay-TV.Die Brüsseler Wettbewerbsaufsicht forderte den größten deutschen Pay-TV-Sender Premiere auf, die Vermarktung des Dekoders (d-box) zur Nutzung digitaler Kanäle unverzüglich einzustellen, weil noch keine Grundsatzentscheidung der EU-Kommission über das gemeinsame Konzept mit dem Kirch-Unternehmen DF1 vorliege.Kirch und Bertelsmann äußerten Unverständnis über den Brief der EU.Bertelsmann-Manager Rolf Schmidt-Holtz sagte, daß Anfang der Woche Gespräche mit der Kommission geführt werden.Endlich hätten sich alle beteiligten Parteien, auch ARD und ZDF, auf einen technischen Dekoderstandard geeinigt.Premiere - an dem Kirch und Bertelsmann beteiligt sind - werde völlig unabhängig von der Frage, ob die EU-Kommission die Vereinbarungen zwischen CLT- Ufa, Kirch und der Deutschen Telekom untersagen sollte, die d-box zur Verbreitung seines digitalen TV-Angebots verwenden.Die Briefe der Kommission bezüglich der d-box will Brüssel als "Verdeutlichung" verstehen, was am derzeitigen Verhalten der Unternehmen zu bemängeln sei.Keinesfalls handele es sich um "eine Kriegserklärung".Bereits Anfang November hatte die EU Kirch, Bertelsmann sowie der Telekom mit Geldstrafen gedroht, falls die Verschmelzung von Premiere und DF1 ohne Genehmigung erfolgt.

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