Wirtschaft : EU-Milliardenhilfe für Versicherung

PARIS (AFP).Die französische Versicherungsgruppe Groupama hat den Zuschlag für die bislang noch staatliche Versicherung GAN (Groupement des Assurances Nationales) bekommen.Dies teilte Wirtschafts- und Finanzminister Dominique Strauss-Kahn am Mittwoch in Paris mit.Der Preis für den Erwerb von 87 Prozent des GAN-Kapitals beträgt gut 17 Mrd.Franc (knapp 5,1 Mrd.DM).

Groupama konnte sich damit gegen den letzten verbliebenen Konkurrenten aus dem Ausland durchsetzen - die Versicherungsgruppe Swiss Life aus der Schweiz.Zunächst hatte auch der Münchner Allianz-Konzern Interesse an der GAN angemeldet.Die Allianz hatte sich dann aber dafür entschlossen, die zweitgrößte französische Versicherung AGF zu übernehmen.

Die GAN ist Frankreichs fünftgrößte Versicherung.Das Unternehmen hat nach Schätzungen seit Anfang der 90er Jahre nahezu zwölf Mrd.DM Schulden angehäuft, die vorwiegend auf das Konto der Immobilientochter UIC gehen.Die Erlaubnis für eine neue staatliche Finanzhilfe in Milliardenhöhe hatte die EU-Kommission von einer Privatisierung in diesem Sommer abhängig gemacht, eigentlich sogar bis spätestens 30.Juni.Im vergangenen Dezember brachte die Linksregierung dann mit einiger Verzögerung die Entstaatlichung auf den Weg.Die Bankfiliale der GAN, CIC, ging bereits im April an die französische Credit Mutuel.

Mit dem Zuschlag für die französische Gruppe folgte die Regierung nach Strauss-Kahns Worten einer Empfehlung der Pariser Privatisierungskommission.Acht bis zehn Prozent des Kapitals soll an die GAN-Beschäftigten gehen.

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