Wirtschaft : EU-Parlament fordert Qualitätssiegel für Lebensmittel

STRAßBURG (AFP). Das Europäische Parlament hat als Konsequenz aus dem Skandal um dioxinverseuchtes Tierfutter in Belgien strengere Kontrollen und die Einführung eines EU-weiten Qualitätszeichens für gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel gefordert. Der Verbraucher müsse wieder Vertrauen in die Qualität und Sicherheit der in der Europäischen Union (EU) produzierten Nahrungsmittel haben können, stellte die EU-Volksvertretung am Donnerstag fest. Daher müsse die Europäische Kommission unverzüglich die Lebensmittel-Gesetzgebung verschärfen. Für den finnischen EU-Vorsitz forderte Landwirtschaftsminister Kalevi Hemilä die Kommission auf, bis Ende des Jahres einen Bericht über die bis dahin erzielten Verbesserungen vorzulegen.Die Straßburger Versammlung forderte, in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Ausschuß Mindeststandards für Futtermittel und andere in der Tierfütterung eingesetzten Erzeugnisse zu erarbeiten. Außerdem müsse eine Verbotsliste für potentiell gesundheitsgefährdende Substanzen erstellt werden. Agrarkommissar Franz Fischler erinnerte daran, daß die Kommission bereits einen Aktionsplan zur Verbesserung der Überwachung von Lebensmitteln beschlossen habe. Danach müsse die Zusammensetzung von Tierfutter künftig auf dem Etikett genauer angegeben werden. Notwendig sei vor allem eine bessere Koordination der Kontrollen. Außerdem solle ein Frühwarnsystem eingerichtet werden. Im belgischen Dioxin-Skandal hätten die Behörden nur unzureichend und verspätet reagiert, so der Österreicher. Aber auch in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Spanien hätten sich die Kontrollen bisher als lückenhaft erwiesen. Der CDU-Abgeordnete Reimer Böge bedauerte, daß die EU nicht bereits vor drei Jahren bei der Krise um BSE-verseuchtes Rindfleisch entsprechende Maßnahmen beschlossen hatte.

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