Wirtschaft : EU prüft Handyfusion genauer

Brüssel - Offenbar aus Sorge um steigende Preise auf dem deutschen Mobilfunkmarkt will die EU-Kommission den geplanten Zusammenschluss von O2 und E-Plus genauer prüfen. Sie habe Bedenken, dass die Übernahme den Wettbewerb beeinträchtigen könne, und daher eine vertiefte Prüfung eingeleitet, teilte die Kommission am Freitag mit. Diese Prüfung kann bis Mitte Mai dauern.

Die Mutterkonzerne von O2 und E-Plus – die spanische Telefónica und die niederländische KPN – hatten den Zusammenschluss ihrer deutschen Töchter Ende Juli verkündet. Zusammengenommen würde aus den beiden kleinsten der dann größte deutsche Mobilfunkanbieter mit insgesamt 43 Millionen Kunden – vor der Deutschen Telekom und Vodafone. Die Kommission erklärte, sie habe Bedenken, dass die verbleibenden Mobilfunkanbieter nach dem Zusammenschluss neuen Anbietern den Zugang zum Markt erschweren könnten. Neue Anbieter hätten dann weniger Auswahl und somit eine schwächere Verhandlungsposition. Zudem erhöhe sich mit dem Zusammenschluss die Wahrscheinlichkeit von Absprachen zwischen den verbleibenden Wettbewerbern. Dies wiederum könne zu steigenden Preisen führen.

Erst Anfang der Woche hatte die Monopolkommission in Deutschland vor der geplanten Fusion von O2 und E-Plus gewarnt: Bei einer derartigen Anbieterkonzentration könne es leichter dazu kommen, dass der Wettbewerb nachlasse. Das gelte besonders dann, wenn die verbleibenden drei Wettbewerber eine ähnliche Größe und vergleichbare Kostenstrukturen hätten.

Dass die Kommission jetzt genauer prüfe, mache deutlich, „dass der Fall auch in Brüssel nicht einfach durchgewunken wird“, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Eine Verweisung zum Bundeskartellamt sei nicht mehr sehr wahrscheinlich – theoretisch aber noch bis Mitte Februar möglich. „Wir werden den Gang des weiteren Verfahrens jedenfalls eng begleiten.“ AFP

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