EU-Strafe : Telefónica will gegen Bußgeld klagen

Der wegen Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung in Spanien mit einem Bußgeld der EU-Kommission belegte Telefónica-Konzern will den Rechtsweg gegen den Beschluss beschreiten. Der Mutterkonzern von O2 sieht sich im Einklang mit den spanischen Gesetzen.

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Die spanische Telefónica muss zahlen. Der Konzern missbrauchte seine marktbeherrschende Stellung um die Konkurrenz zu behindern. -Foto: AFP

BrüsselDer spanische Telekomkonzern Telefónica hat den von der EU-Kommission erhobenen Vorwurf des Marktmissbrauchs scharf zurückgewiesen. Zugleich kündigte das Unternehmen an, es werde das verhängte Bußgeld von 151,9 Millionen Euro umgehend beim Luxemburger EU-Gericht anfechten. "Die Entscheidung der EU-Kommission ist juristisch wie wirtschaftlich ungerechtfertigt und überzogen", kritisierte der Konzern in Madrid in einer Mitteilung.

Telefónica habe sich strikt an die Vorgaben der spanischen Regulierungsbehörde CMT gehalten. Diese habe bescheinigt, dass die Entwicklung der Wettbewerbssituation im Bereich der schnellen Internetzugänge in Spanien zufrieden stellend sei. Der Marktanteil Telefónicas in diesem Bereich sei in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. Das Unternehmen sei bestraft worden, weil es einen Widerspruch zwischen den spanischen und den europäischen Normen gebe. Dies schaffe große juristische Unsicherheit.

Telefónica muss wegen Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung in seinem Heimatland ein EU-Bußgeld von 151,9 Millionen Euro zahlen. Beim Weiterverkauf von schnellen Internetzugängen habe Telefónica Konkurrenten zu viel berechnet, entschied die EU-Kommission in Brüssel.

Zu hohe Preise für DSL-Zugänge

Telefónica habe von seinen Rivalen in Spanien höhere Preise für den Breitbandzugang verlangt als von seinen eigenen Endkunden, berichtete die Kommission. "Dadurch schwächte Telefónica seine Wettbewerber, verringerte ihre Marktpräsenz und erschwerte ihr Wachstum", resümierten die EU-Wettbewerbshüter.

In Spanien ist laut Kommission ein Breitbandanschluss etwa um ein Fünftel teurer als im Schnitt der 15 "alten" EU-Länder. Telefónica habe mit seinen Geschäftspraktiken damit auch den Verbrauchern erheblich geschadet. Der Konzern ist das führende Branchenunternehmen in Spanien. In Deutschland führen die Spanier den drittgrößten Mobilfunkbetreiber O2. (mit dpa)

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