Wirtschaft : EU überdenkt Quoten für China-Textilien Engpässe bei Pullovern sollen vermieden werden

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Brüssel Im Streit um die EU-Quoten für Textilimporte aus China zeichnet sich ein Kompromissvorschlag der Europäischen Kommission ab. Damit ließen sich Lieferengpässe vermeiden, vor denen vor allem deutsche Modehersteller gewarnt hatten. Die EU-Kommission denke über eine Lockerung der Quoten nach, hieß es am Dienstag in Brüsseler Behördenkreisen. So könnten die für dieses Jahr vorgesehenen Kontingente ausgeweitet und auf 2006 angerechnet werden. Bei Pullovern und Hosen sind die für 2005 geplanten Quoten erschöpft.

Ein Vorziehen der eigentlich für 2006 geplanten Importe auf 2005 würde zwar das Kontingent für das nächste Jahr schmälern. Aber es bliebe auch Zeit, sich auf die neue Lage einzustellen. Ein Kompromiss muss aber noch von China akzeptiert werden. Entscheidungen seien daher nicht vor Anfang September zu erwarten, heißt es in Brüssel.

Der Handel warnte EU-Kommissar Peter Mandelson vor „erheblichem Schaden“, sollte er die Quoten nicht rasch lockern. Kleinere Modefirmen könnten ohne Lieferungen aus China in den Ruin getrieben werden, kritisierte der europäische Außenhandelsverband FTA. Auch Deutschland, Schweden, Dänemark und die Niederlande drängen Mandelson zu einer flexibleren Gangart. Demgegenüber bestehen Südländer wie Italien, Spanien und Portugal bisher auf Einfuhrbeschränkungen, um ihre Textilindustrie zu schützen.

Die EU-Kommission hatte Mitte Juli Quoten für zehn Textilkategorien erlassen. Damit sollte eine Importschwemme aus China verhindert und die europäische Textilindustrie geschützt werden. Der Gelsenkirchener Modehersteller Gelco will stellvertretend für mehrere deutsche Unternehmen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Quoten klagen, nachdem der Zoll bei ihm 38 000 Pullover im Wert von 2,5 Millionen Euro beschlagnahmt hat. ebo/HB/dpa

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