Wirtschaft : EU unterliegt im Bananenstreit

WTO verwirft Importbeschränkungen für Dollarbananen

Genf/Bonn(AP/dpa).Bananen könnten nach Ansicht von Verbraucherverbänden um ein Drittel billiger werden.Nach dem Urteil der Welthandelsorganisation (WTO), die Importregelung der EU für Bananen verstoße gegen den freien Welthandel, rechnen die Organisationen mit einem Rückgang der Kosten für die Südfrüchte.Dazu müsse der EU-Ministerrat aber Konsequenzen aus der Entscheidung ziehen, erklärte die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände.Die EU will den Beschluß jedoch anfechten. Die WTO hatte entschieden, daß die EU ihre umstrittene Bananenmarktordnung ändern müsse.Dem Spruch zufolge darf die Union Bananen aus Lateinamerika, die sogenannten Dollarbananen, nicht länger beim Import benachteiligen.Die WTO gab mit ihrer Entscheidung einer Beschwerde der USA gegen die bis 2001 gültige Bananenmarktordnung statt.Washington hat sich dabei zum Anwalt lateinamerikanischer Lieferländer wie Honduras, Ecuador, Guatemala und Mexico gemacht. Die seit dem 1.Juli 1993 geltende Bananenmarktordnung begrenzt die Einfuhren von sogenannten Dollar-Bananen aus Lateinamerika und begünstigt damit Importe aus den ehemaligen Kolonien der EU-Staaten in Afrika, der Karibik und dem Pazifik (AKP-Staaten) sowie die eigene EU-Produktion auf den Kanarischen Inseln und den französischen Überseegebieten.Das veränderte auch den deutschen Markt, wo die Einfuhren sanken, die Preise stiegen und der Verbrauch zurückging.Der Schiedsspruch kann weitreichende Folgen haben.Wenn er von der WTO ratifiziert wird, müßte die EU die Bananenordnung korrigieren.Während Wirtschaftsminister Rexrodt eine Reform der Bananenordnung anmahnte, ließ EU-Agrarkommissar Fischler aber durchblicken, daß die EU Einspruch erheben werde. Die EU hatte die Bananenmarktordnung seinerzeit gegen den Widerstand Deutschlands beschlossen.Die Bonner Regierung hatte zu bedenken gegeben, daß die sogenannten Kolonialbananen teurer seien und auch nicht den Konsumgewohnheiten der Verbraucher entsprächen.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben