Wirtschaft : EU will bei Ökoenergie kooperieren Kommissar Oettinger stellt Konzept vor

Brüssel - Die EU-Staaten sollen Ökostrom effizienter fördern und dabei stärker zusammenarbeiten. Über die Verteilung der Gelder für Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse sollen sie aber nach wie vor selbst entscheiden. Ein entsprechendes Konzept für erneuerbare Energien präsentiert EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Montag in Brüssel. Durch die Kooperation könnten europaweit mehrere Milliarden Euro jedes Jahr gespart werden. Doch für eine Angleichung der bisher unterschiedlichen Fördersysteme in den europäischen Ländern sei es noch zu früh, verlautete aus Kommissionskreisen: „Das kann nur ein mittelfristiges Ziel sein.“

Die 27 EU-Mitglieder sollten nationale Fördersysteme stabilisieren – so steht es auch in dem Entwurf der Schlussfolgerungen, die die Staats- und Regierungschefs am kommenden Freitag in Brüssel beschließen wollen. Die Bundesregierung hatte gegen die angeblich von Brüssel geplante EU-weite Anpassung der Ökostromförderung Front gemacht. Berlin fürchtete, dass einheitliche Förderpreise das deutsche Energiekonzept und die Ökosubventionen aushebeln würden. Grund dafür sind die unterschiedlichen Bedingungen für Sonne und Wind. Da die Sonne in Südeuropa stärker scheint als in Deutschland, würden sich bei einheitlichen Fördersätzen Solarzellen in Deutschland nicht mehr rechnen.    In dem Papier über die „Richtlinie zum Ausbau der erneuerbaren Energien“ bewertet die EU-Kommission, ob die Regierungen die Ziele für den Ökostromanteil erreicht haben. Die Union will in zehn Jahren 20 Prozent ihres Bedarfs aus regenerativen Energien decken.

Beim EU-Gipfel am Freitag geht es vor allem um die Themen Energieeinsparung, Ausbau der Energieinfrastruktur und die Kooperation zwischen EU-Staaten und den Nachbarn. Mit ihrer Energieaußenpolitik will die EU Versorgungskrisen verhindern. So treibt sie die geplante Gaspipeline Nabucco voran, die Gas vom Kaspischen Meer nach Mitteleuropa leiten und die EU unabhängiger von russischem Gas machen soll.   dpa

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