Wirtschaft : EU will in Gebäuden Energie sparen Grundzüge des Konzepts von Kommissar Oettinger

Brüssel - Auf die Verbraucher in der Europäischen Union kommen striktere Vorgaben zum Energiesparen in Gebäuden und im Verkehr zu. Die Initiativen zu einem effizienteren Energieeinsatz müssten sich auf diese beiden Sektoren konzentrieren, erklärte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Mittwoch in Brüssel. Ohne neue Regeln drohe die EU sonst ihr Ziel zu verfehlen, bis 2020 den Energieverbrauch um 20 Prozent zu senken. „Nach heutigem Stand würden wir eher bei neun als bei 20 Prozent ankommen“, sagte Oettinger. Der Kommissar will bis Mitte 2011 Investitionsanreize und Finanzierungsinstrumente vorschlagen, um Hauseigentümer bei energetischem Sanieren oder energieeffizientem Bauen zu unterstützen. Anreize zum Energiesparen müssten nicht nur Hauseigentümer, sondern auch Mieter bekommen. Die Kommission nannte in ihrer Strategie aber noch keine Einzelheiten.

Gigantische Investitionen sind der Kommission zufolge für den Ausbau der Energienetze in Europa notwendig. In den kommenden zehn Jahren müssten vornehmlich die Energiekonzerne eine Billion Euro in die Netze stecken. Oettinger will dafür sorgen, dass die Netzbetreiber künftig höhere Entgelte für die Nutzung ihrer Infrastruktur durch andere Energieanbieter verlangen können.

In seinem Regelungsentwurf zur Energieinfrastruktur werde er in der kommenden Woche vorschlagen, dass die nationalen Regulierungsbehörden bei der Preisgenehmigung künftig auch Rücklagen für solche Investitionen einkalkulieren sollen. Die Kommission will außerdem vorschlagen, Baugenehmigungen für strategische Energieprojekte künftig schneller zu erteilen. Die Kommission setze damit ein richtiges Zeichen, lobte der Bundesverband der deutschen Industrie. rtr

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