Wirtschaft : EU will Rüstung koordinieren

Industrie verliert den Anschluss an US-Firmen

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Brüssel/Berlin (jh/ink/HB). Die EUKommission will den Ausverkauf der europäischen Rüstungsindustrie an die US-Konkurrenz stoppen. In einem Bericht, den die Kommission in der kommenden Woche vorlegen will, fordert sie von den Rüstungsherstellern eine Harmonisierung der Waffensysteme und von den Mitgliedstaaten eine bessere Kooperation bei Forschung und Beschaffung. Dazu soll eine neue europäische Rüstungsagentur geschaffen werden.

Die Kommission will gegen die Fragmentierung des europäischen Markts vorgehen, die sie auf die nicht aufeinander abgestimmten Regelwerke zurückführt. Ende dieses Jahres will die EU-Behörde konkrete Vorschläge vorlegen. Dabei wird die Standardisierung der Produkte sowie die gemeinsame Beschaffung von Systemen im Mittelpunkt stehen. Zudem sollen die Mittel für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten effizienter eingesetzt werden. Koordiniert werden soll die engere Zusammenarbeit über eine neue EU-Rüstungsagentur. Hohen Konsolidierungsbedarf sieht die Kommission vor allem bei der Heeres- und Marineausrüstung.

Als Vorbild gilt der Luftwaffenbereich, in dem die Europäer den Gemeinschaftskonzern EADS gegründet haben. Hintergrund für die Initiative der EU ist die Sorge vor einer Dominanz und ein Ausverkauf an amerikanische Rüstungsproduzenten. Letztes Beispiel dafür war der Verkauf der Kieler U-Boot-Werft HDW an einen US-Investor.

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