Euro-Abstimmung : Anleger flüchten nach Papandreou-Ankündigung aus Dax

Raus aus den Finanzwerten - Anleger an der Frankfurter Börse deuten das angekündigte Referendum der griechischen Regierung als neue Etappe in der Euro-Krise. Andere europäische Banken-Papiere erwischt es noch übler.

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An der Frankfurter Börse geht es abwärts. Da bleibt für viele nur noch der Notausgang als Ausweg.
An der Frankfurter Börse geht es abwärts. Da bleibt für viele nur noch der Notausgang als Ausweg.Foto: dpa

Die geplante Volksabstimmung in Griechenland über das jüngste Rettungspaket hat am Dienstag Furcht vor einem Scheitern der Bemühungen geschürt. Der deutsche Leitindex Dax fiel bis zum Mittag in Frankfurt um fünf Prozent oder knapp 300 Punkte. Der Euro verbilligte sich auf 1,3670 Dollar.

Im Gegenzug stürzten sich Anleger auf die als sicher geltenden Bundesanleihen. Der Bund-Future schoss um gut 190 Ticks in die Höhe auf ein Vier-Wochen-Hoch von 137,39 Zählern. Hingegen kletterte der Aufschlag richtungweisender zehnjähriger italienischer Staatspapiere zu deutschen Titeln im Vormittagshandel auf bis zu 4,34 Prozentpunkte. Er lag damit so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro an den Finanzmärkten im Jahr 1999.

Aktienhändler Peter Stanhope von IG Markets bezeichnete die Ankündigung des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou als Schock. "Es sieht so aus, dass uns die Kurs-Turbulenzen noch eine ganze Weile begleiten werden."

Investoren trennten sich vor allem von Finanzwerten. Deutsche Bank, Commerzbank und Allianz verloren je rund neun Prozent. Auf europäischer Ebene büßten Societe Generale und BNP Paribas mehr als zehn Prozent ein. Französische Banken sind besonders stark in Griechenland investiert.

Bereits zum Wochenauftakt hatte der Dax mehr als drei Prozent verloren. Zu diesem Zeitpunkt waren die Pläne des griechischen Ministerpräsidenten noch nicht bekannt.

Dennoch hatten sich nach dem kräftigen Kurssprung in der vergangenen Woche infolge des EU-Gipfels zur Schuldenkrise wieder Zweifel an den Rettungsplänen der Währungsgemeinschaft geregt. Zum Opfer der Schuldenkrise wurde das US-Brokerhaus MF Global, das sich mit Wetten auf Staatsanleihen verspekulierte und Insolvenz anmelden musste. Die Aktie wurde vom Handel ausgesetzt.

An der New Yorker Wall Street beendete der Dow Jones die Sitzung am Montag 2,3 Prozent im Minus, während der technologielastige Nasdaq 1,9 Prozent verlor. In Tokio notierte der Nikkei-Index für 225 führende Werte zum Handelsende ein deutliches Minus von 1,7 Prozent auf 8835,52 Punkten. Der breiter gefasste Topix büßte ebenfalls klar um 1,25 Prozent auf den Schlussstand von 754,50 Zählern ein. (rtr/dpa/AFP)

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