Wirtschaft : Euro: Akzeptieren andere Länder nach dem 1. Januar noch die D-Mark?

Wer zum Jahreswechsel ins Ausland fährt, sollte am besten EC-, Visa-Karte oder Reiseschecks dabei haben. Die D-Mark verliert am 31. Dezember ihre Funktion als gesetzliches Zahlungsmittel. Vom 1. Januar an ist demnach keine Bank mehr verpflichtet, die D-Mark noch anzunehmen. Zwar kann man davon ausgehen, dass insbesondere Länder wie die Schweiz oder Großbritannien Ende Februar - so lange die Umstellung dauert - noch D-Mark annehmen. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. So kann es passieren, dass eine kleine Filiale in Österreich sich weigert, D-Mark entgegenzunehmen. Im Zweifel sollte man sich das Geld am Automaten ziehen. Das ist sowieso günstiger als das Wechseln am Schalter.

Bringt der Euro steuerliche Vorteile mit sich?

Der 1. Januar bringt im Zuge der Währungsumstellung auch steuerliche Veränderungen mit sich. Der Grund: Bei der Umrechnung von Freibeträgen, Pausch- und Höchstbeträgen auf Euro werden die Beträge auf- und abgerundet. So wird der Arbeitnehmer-Pauschbetrag künftig nicht mehr bei 2000 Mark, sondern bei 1044 Euro und damit bei 2041,89 Mark liegen. Außerdem steigen auch die Sparer-Freibeträge um jährlich 16 Euro für Alleinstehende beziehungsweise auf 32 Euro für Verheiratete. Andererseits wird jedoch zum Beispiel der Sonderausgaben-Pauschbetrag (für Spenden, Kirchensteuern und Steuerberatungskosten) von 108 Mark nicht auf 55 Euro umgestellt, sondern auf 36 Euro reduziert. Gekürzt wird auch die Entfernungspauschale - bei Entfernungen von mehr als zehn Kilometern um zwei Pfennig. Unterm Strich handelt es sich nur um leichte Veränderungen für den privaten Steuerzahler. Die Auf- und Abrundungen halten sich nach Ansicht des Bundesverbandes der Steuerberater zudem die Waage.

Verdient der Bundesfinanzminister am Währungswechsel?

Das so genannte "Münzregal", also das Recht, Münzen prägen zu lassen, liegt schon seit langer Zeit beim Staat. Zu Zeiten der D-Mark brachte die Bundesbank die Münzen ebenso wie die Scheine in Umlauf, den Gewinn aus der Produktion der Münzen strich aber das Bundesfinanzministerium direkt ein. Das wird sich auch mit der Einführung des Euro nicht ändern. Die Europäische Zentralbank kauft den Teilnehmerländern die Münzen zum Nennwert ab und bringt sie in Umlauf. Da die Herstellungskosten der Münzen jedoch geringer sind als der Nennwert, entsteht ein Münzgewinn, der bei den einzelnen Teilnehmerländern verbleibt. Bei der Produktion der Euro-Erstausstattung wird das jedoch ein schlechtes Geschäft. Zwar fällt auch da ein Münzgewinn an, die Kosten für die Rücknahme der D-Mark werden diesen Münzgewinn jedoch übersteigen. Des Finanzministerium rechnet damit, dass das neue Metallgeld den Staat zunächst über zwei Milliarden Mark kosten wird.

Steigen jetzt die Bankgebühren?

Verbraucherschützer raten, genau zu prüfen, ob Banken ihre Gebühren mit dem offiziellen Euro-Kurs umrechnen. Denn eine Reihe von Kreditinstituten wird die Währungsumstellung nutzen, um ihre Angebote und Preiskataloge zu ändern. Die Gebührenänderung wird manchmal zum Vorteil der Kunden ausfallen, manchmal jedoch auch zum Nachteil. Bei einer aktuellen Untersuchung von Bankgebühren stellte sich heraus, dass Kreditinstitute zwischen Juni und November doppelt so häufig ihre Leistungen verteuert als verbilligt hatten. Das Institut für angewandte Verbraucherforschung untersuchte insgesamt 98 Leistungen und stellte dabei insgesamt elf Preiserhöhungen und sechs Preissenkungen fest, die einen Bezug zur Euroumstellung vermuten lassen. Manche Banken bieten übrigens auch neue Kontoführungsmodelle an, die nicht selten mit höheren Preisen für die Kundschaft einhergehen. Verbraucherschützer empfehlen, noch in diesem Jahr die Preise zu vergleichen - und eventuell die Bank zu wechseln.

Nehmen Automaten schon jetzt den Euro an?

Legal ist das nicht, aber verhindern lässt es sich auch nicht: Mit den Euro-Münzen, die viele Bürger nach der Ausgabe der Starter-Kits schon in den Taschen haben, kann man an einigen Automaten in Deutschland schon vor dem offiziellen Währungswechsel bezahlen. Bis zum Jahreswechsel dürften nach Schätzungen des Bundesverbandes Automatenunternehmer 30 bis 40 Prozent der 2,4 Millionen Automaten in Deutschland sowohl Mark als auch Euro akzeptieren. Ob Zigaretten oder Schokoriegel - vieles ist bereits heute gegen Euro zu haben. Fahrkartenautomaten von Bahn und kommunalen Verkehrsbetrieben dagegen, die auch schon in diesen Tagen Euro-tauglich gemacht werden, sind bis Neujahr gesperrt.

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