Wirtschaft : Euro: Auch Tricks helfen der Gemeinschaftswährung nicht (Kommentar)

Rolf Obertreis

Auch das hat dem Euro nicht geholfen. Nur kurzzeitig sprang der Euro am Donnerstag über die Marke von 0,87 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt hatte, Devisenreserven in Höhe von 2,5 Milliarden Euro verkaufen zu wollen. Die Notenbanker haben in ihre Trickkiste gegriffen und einen Versuchsballon gestartet, dem schnell die Luft ausgegangen ist. Dass mit 2,5 Milliarden Euro, die zudem über mehrere Tage abgegeben werden, auf einem Devisenmarkt mit einem täglichen Umsatzvolumen von 1500 Milliarden Dollar nichts bewegt werden kann, ist auch dem EZB-Präsidenten Wim Duisenberg klar. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Interventionen teuer und zumeist ein Schuss in den Ofen sind. Ruhe und vor allem die Konzentration auf die Schaffung noch besserer Rahmenbedingungen für dauerhaftes und starkes Wachstum im Euroraum helfen dem Euro mehr als jede Hektik. Weil Duisenberg das eigentlich weiß, ist er auch strikt dagegen, dass die Regierungen auf Druck von Lobbygruppen reagieren und die Steuern auf Benzin und Diesel senken. Sie sollten sich auf die Sanierung der Staatsfinanzen konzentrieren, das hilft auch dem Euro.

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