Wirtschaft : Euro-Bargeld: Bei Einführung droht ein Chaos

ro

Die Euro-Bargeld- Einführung in Deutschland droht zu einem logistischen Fiasko zu werden. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW), deren rund 150 Mitgliedsfirmen die Auslieferung der Euro-Scheine und Münzen und die Rücknahme der D-Mark übernehmen, haben Banken und Handel immer noch keine vernünftige Bedarfsplanung vorgelegt. "Und die wenigen Pläne, die wir vorliegen haben, konzentrieren sich auf die zweite Hälfte November, auf den Dezember, besonders aber auf den 29. Dezember", sagt Uwe-D. Uhlig, stellvertretender Vorsitzender des BDGW. "Wenn alle auf diese Termine setzen, ist der Umtausch nicht zu schaffen." Auch bei der Rücknahme des DM-Bargeldes im Januar und Februar nächsten Jahres sieht Uhlig größte Schwierigkeiten.

Der BDGW plädiert angesichts der drohenden Probleme für die volle Ausschöpfung der Transportfristen für das neue Geld ab 1. September. Dann können Banken und Handel über das so genannte Frontloading von der Bundesbank und den Landeszentralbanken bereits Euro-Scheine und -Münzen beziehen. Nur bei einer Entzerrung, sagte Uhlig, sei eine reibungslose Einführung des Euro-Bargeldes möglich. Die Geldtransport-Firmen selbst mit ihren rund 2100 gepanzerten Spezialfahrzeugen haben sich nach Ansicht von Uhlig so weit als möglich vorbereitet. Zusätzliches Personal sei eingeplant.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben