Wirtschaft : Euro-Bargeld wird nicht früher eingeführt

BRÜSSEL (AFP).Die Europäische Kommission hat Forderungen nach einem Vorziehen der für den 1.Januar 2002 geplante Ausgabe des Euro-Bargeldes eine Absage erteilt.Kommissionssprecher Patrick Child sagte am Montag in Brüssel, mehrere Gründe sprächen dafür, eine ausreichend lange Übergangszeit beizubehalten.Er nannte die Produktion von genügend Euro-Scheinen und -Münzen, die Vorbereitungen von Unternehmen und Verwaltungen zur Umstellung auf die neue europäische Gemeinschaftswährung sowie ihre Verankerung im Bewußtsein der Öffentlichkeit.Der Sprecher fügte hinzu, für die Periode ab Januar 2002, wenn der Euro und die jeweiligen Landeswährungen der elf Mitgliedstaaten vorübergehend parallel in Umlauf sind, halte die Kommission eine kürzere Übergangszeit als die maximal vorgesehenen sechs Monate für wünschenswert.In Frage kämen sechs Wochen oder zwei Monate.

Angesichts des reibungslosen Starts der Gemeinschaftswährung an den internationalen Finanzmärkten hatten in den vergangenen Tagen Europapolitiker und Ökonomen in Deutschland und anderen EU-Staaten gefordert, die Ausgabe des Euro-Bargeldes vorzuziehen.Entsprechend hatten sich unter anderem der frühere Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer (FDP), der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, und der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels, Michael Fuchs, geäußert.Auch der belgische Vize-Regierungschef Elio di Rupo plädierte für eine kürzere Übergangsperiode.Das Bonner Finanzministerium hält unter Verweis auf die Produktionsfristen für die Scheine und Münzen am festgelegten Zeitplan fest.Der Unterausschuß Währung im EU-Parlament will einem Zeitungsbericht zufolge im Herbst prüfen, ob Produktionskapazitäten und Logistik eine frühere Ausgabe des Euro-Bargelds erlauben.

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