Wirtschaft : Euro-Countdown: Scheine und Münzen gibt es schon Mitte Dezember

Karin Birk

Am 17. Dezember 2001 ist es soweit: Dann kann Otto-Normalverbraucher zum ersten Mal die Euro-Münzen und Euro-Scheine selbst unter die Lupe nehmen. In wohl proportionierten Päckchen im Wert von 20 Mark darf sich jeder bei seiner Bank oder Sparkasse die so genannten "starter kits", abholen. Zum Gewöhnen, sozusagen. Mehr gibt es noch nicht. Das macht auch nichts. Denn offizielles Zahlungsmittel werden die Euro-Münzen und Scheine erst zum Neuen Jahr.

Erst dann kann jeder seine Mark und Pfennig zur Bank bringen und sie in handfeste Euro umtauschen lassen. Bezahlen muss er dafür nichts, solange er zur Hausbank geht oder bei einer fremden Bank "haushaltsübliche Mengen" umtauschen wird. Was allerdings unter haushaltsüblicher Menge verstanden wird, darüber wird bei den einzelnen Instituten noch heftig diskutiert. Das ist auch in Berlin so. Weder bei der Bankgesellschaft Berlin noch bei der Berliner Volksbank sind entgültige Entscheidungen gefallen. Schon geklärt hat es die Commerzbank: Sie versteht unter handelsüblicher Menge 1000 Mark in Scheinen und 20 Mark in Münzen. "Soviel kann auch ein Nichtkunde bei uns kostenlos wechseln", sagt Commerzbank-Sprecher Dieter Schütz. "Ein Commerzbank-Kunde selbst kann sogar mit einem Lastwagen voll Geld vorfahren und muss nichts bezahlen." Allerdings gibt Schütz zu Bedenken, dass die Banken Bargeldeinzahlung über 30 000 Mark nach dem Geldwäschegesetz registrieren und bei begründetem Verdacht auf Schwarzgeld auch melden müssen. Doch das nur am Rande.

Die privaten Großbanken, die Sparkassen, die Volks- und Raiffeisenbanken - alle werden in der offiziellen Umtauschzeit zwischem 1. Januar und 28. Februar viel zu tun haben. Ihr Rat ist deshalb eindeutig: Die Kunden sollten schon jetzt ihre Sparschweine knacken und ihre Schubladen durchforsten und überflüssiges Bargeld auf das Konto einbezahlen. "Das entlastet nicht nur die Banken, sondern bringt auch Zinsen, und ist alle Mal besser als Schlangestehen im Januar", sagt Klaus Winker von der Deutschen Bank 24.

Umtauschen wird in gewissem Sinne auch der Handel: Denn die Geschäfte nehmen in der Zeit bis zum 28. Februar sowohl Mark als auch Euro als Zahlungsmittel an. Das Wechselgeld gibt es aber nur in Euro und Cent. Auch so kann man sich also peu à peu von seinen alten Münzen trennen.

Mit dem 1. März ist diese Übergangsfrist allerdings zu Ende. Dann sind nur noch Euro und Cent offizielles Zahlungsmittel in Deutschland. Wer dennoch später zwischen Buchdeckeln einen 50-Mark-Schein findet, muss nicht verzweifeln. Die Deutsche Bundesbank und die Landeszentralbanken werden auch über den offiziellen Stichtag, den 28. Februar 2001, hinaus Mark-Münzen und -Banknoten kostenlos in Euro umtauschen.

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