Wirtschaft : Euro: Die Aktion Pro Euro läuft ins Leere

Martina Ohm

Europas Währungshüter sind gerade dabei, sich einen Malus einzuhandeln. Weil sie die tiefe Skepsis der Devisenmarkthändler gegenüber dem Euro nicht länger dulden wollen, versuchen sie, den Trend nach unten durch Dollarverkäufe zu brechen. Ein 30prozentiger Werteverlust des Euro scheint genug. Ein Jahr bevor die Bürger ihre neue Währung in den Händen halten werden, soll der Euro wieder die Muskeln spielen lassen. Außerdem würde eine kräftigere Gemeinschaftswährung beruhigend auf die Preise wirken. Grund genug also, als Ultima Ratio vom Instrument der Intervention Gebrauch zu machen. Doch es sieht ganz so aus, als ob auch der neue Versuch, dem Euro aktiv neue Bodenhaftung zu verleihen, nicht von sichtbarem Erfolg gekrönt sein wird. Das hat vor allem zwei Gründe. Erstens war die jüngste Kurserholung des Euro noch kein Anfang einer stabilen Trendwende nach oben, die Devisenmarktinterventionen tendenziell begünstigen könnten. Und zweitens machen Interventionen - wenn überhaupt - nur Sinn, wenn sie im Schulterschluss mit der mächtigsten Notenbank, der Federal Reserve, durchgeführt werden. Käme dann noch politischer Flankenschutz wie in den 80er Jahren hinzu, könnte die Aktion Pro Euro tatsächlich gelingen. Allein, Amerika hat andere Interessen. Es braucht auf lange Zeit viele attraktive Dollar, um seine Defizite in der Leistungs- und Handelsbilanz zu finanzieren. Das macht die Rettungsaktion von Duisenberg & Co so aussichtslos.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben