Wirtschaft : Euro: Duisenberg-Rede hilft nur wenig

Der Euro hat sich nach dem Vertrauensappell von EZB-Chef Wim Duisenberg am Mittwoch an den internationalen Devisenmärkten weiter stabilisiert. Am wichtigsten Handelsplatz London näherte sich die Gemeinschaftswährung für elf EU-Staaten wieder der Marke von 87 US-Cent, nachdem sie in den Vortagen auf Rekordtiefstände unter 86 Cent gerutscht war. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte einen Referenzkurs von 0,8654 Dollar fest, ein Dollar war damit 2,26 Mark wert. Die Erholung hatte bereits am Vorabend eingesetzt, nachdem Duisenberg vor dem Währungsausschuss des EU-Parlamentes seine Zuversicht in die innere Stärke des Euro betont und eine Zentralbank-Intervention nicht ausgeschlossen hatte.

In London stieg der Euro zwischenzeitlich bis auf 0,8699 Dollar, auf diesem Niveau konnte er sich aber nicht dauerhaft halten. Auch in Tokio und New York hatte sich der Euro zuvor unter dem Eindruck der Duisenberg-Rede klar über 86 Cent bewegt. "Er erholt sich etwas von der vergangenen Woche", formulierte es ein Devisenhändler der Bank of Tokyo-Mitsubishi. Unklar war, ob hinter der Erholung ein bereits erfolgtes Eingreifen der Zentralbanken stand. Duisenberg hatte in Brüssel darauf verwiesen, dass die "entsprechenden Instrumente existieren", derartige Schritte aber immer erst hinterher bekanntgegeben würden. Analysten in Frankfurt wollten noch keine Entwarnung für den Euro geben. Dies könne erst geschehen, wenn die Währung klar auf 88 Cent zumarschiere, hieß es bei HSBC Trinkaus & Burkhard. Das Magazin "Focus-Money" berichtete unter Berufung auf Informationen aus der Pariser Regierung von einer französischen Initiative zugunsten einer Intervention. Frankreich, verhandle mit den USA und wolle den Euro mit einer abgestimmten Aktion auf 90 Cent heben.

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