Wirtschaft : Euro: Euro, Eur, Eu, E, .

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Er fällt und fällt. Längst sind die Kursgewinne wieder verbrannt, die den Euro nach den Stützungskäufen der großen Notenbanken im September für kurze Zeit auf 90 Cent gehievt haben. Am Donnerstag war die Gemeinschaftswährung gerade noch 82 Cent wert. Und niemand wagt eine Aussage darüber, wo eine Haltelinie sein könnte. Mit einiger Gewissheit lässt sich vermuten, dass vor den amerikanischen Wahlen am 9. November die US-Notenbank nicht ins Boot der Interventionisten zurückkommt. Wiederholt hat Finanzminister Larry Summers das Interesse an einem starken Dollar bekräftigt. Nach dem letzten Misserfolg sollte man ohnehin keine Wunder erwarten: Stützungskäufe funktionieren nur mit dem Markt, aber nicht gegen ihn. Wirtschaftsnobelpreisträger James Heckman hat den Ball zu Recht an die Politik zurückgespielt. Den Devisenmärkten fehle das Vertrauen in die politische Reformfähigkeit Europas, sagt Heckman. Das heißt eben auch: Die Währungsunion braucht bald eine politische Union. Dabei geht es nicht um Harmonisierung der Wirtschaftspolitik, sondern um Verlässlichkeit. Europa muss sich bald einig werden. Der EU-Gipfel in Nizza im Dezember bietet dafür eine gute Chance. Zu viele Fragen sind offen: Welche Konditionen und Fristen gibt es für die Osterweiterung? Gilt im Euroraum künftig Einstimmigkeit oder das Mehrheitsprinzip? Märkte mögen nichts weniger als Unsicherheit, zumindest solange sie in den USA eine sichere Alternative haben. Also fällt der Euro weiter.

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