Wirtschaft : Euro: Finnlands Exporte im Ungleichgewicht

Henrik Mortsiefer

Beim Thema Euro wird den kühlen Finnen warm ums Herz: Wie keine andere skandinavische Nation haben sie sich auf das neue Zeitalter vorbereitet. Der Übergang von der finnischen Markka zum Euro krönt die Rückkehr Finnlands in den europäischen Wirtschaftsverbund. Bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion hatte sich die finnische Wirtschaft stark nach Osten orientiert. Sie war geprägt von großen Holz-, Papier-, Metall- und Maschinenbaukonglomeraten. Der radikale Strukturwandel zum technologisch innovativen, nach Westen ausgerichteten Land rettete nach dem Ende des Kalten Krieges Finnland vor dem ökonomischen Untergang. Die zeitweise auf 18 Prozent gestiegene Arbeitslosenrate hat sich bis heute halbiert, der Staatsetat weist 2001 einen Überschuss aus, die Inflationsrate liegt bei zwei Prozent. Gelungen ist dies mit tiefen Einschnitten ins Sozialsystem und scharfer Budgetdisziplin. Doch die fetten Jahre sind vorbei. Die Krise der New Economy und der abflauende Telekommarkt machen den Finnen zu schaffen. Das Bruttoinlandsprodukt wächst 2001 nur noch um 0,6 Prozent, die Exporteinnahmen schrumpfen. Jetzt rächt sich, worauf die Finnen lange besonders stolz waren: Der Handy-Konzern Nokia bestreitet allein ein Viertel der finnischen Exporte.

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