Wirtschaft : Euro: Fragen zum Euro

Was mache ich mit meiner Steuererklärung?

Die private Lohn- und Einkommen-Steuererklärungen für 2001 und die früheren Jahre werden noch in D-Mark abgegeben.

Was passiert mit meinen Verträgen?

Durch die Einführung des Euro ändert sich an bestehenden Verträgen nichts. Eines der Grundprinzipien der Euro-Einführung ist der in den EU-Ländern geltende Grundsatz der Vertragskontinuität. Das heißt: Alle laufenden Verträge, egal ob Miet- oder Pachtverträge, Lebensversicherungen, Darlehen oder Arbeitsverträge, behalten ihre Gültigkeit. Die Einführung des Euro gibt keiner Vertragspartei das Recht, einen abgeschlossenen Vertrag einseitig zu kündigen oder neu zu verhandeln. Die Verträge werden zum 1. Januar 2002 automatisch und Cent-genau auf Euro umgestellt. Die Umstellung erfolgt zum fixierten Umrechnungskurs. Um krumme Beträge zu vermeiden, wird nach den geltenden Rundungsregeln auf- beziehungsweise abgerundet.

Was geschieht mit den Steuerfreibeträgen?

Mit der Einführung des Euro-Bargeldes ändern sich die steuerlichen Freibeträge, Freigrenzen und Einkommensgrenzen. Weil eine Umstellung zum exakten Umrechnungskurs von 1,95583 D-Mark für einen Euro ungerade und damit unpraktische neue Beträge ergeben hätte, entschied sich der Gesetzgeber bestimmte steuerrelevante Beträge auf glatte Euro-Summen im Verhältnis von eins zu zwei zu runden. Allein der Bund lässt sich die Steuergeschenke an den Verbraucher nach Angaben des Bundesfinanzministeriums bis zum Jahr 2005 rund 358 Millionen Mark oder 183 Millionen Euro kosten. Länder und Kommunen legen in etwa noch einmal so viel drauf.

Wie hoch wird der Sparerfreibetrag sein?

Der bisherige Freibetrag einschließlich Werbungskostenpauschale wird erhöht. Ledige können von Neujahr an Kapitalerträge bis zu 1601 Euro (3131,28 Mark) steuerfrei einstreichen. Bisher waren es 3100 Mark, also 31,28 Mark weniger. Auch für Verheiratete ändert sich die Lage. Sie haben nun zusammen einen Freibetrag von 3202 Euro (6262,57 Mark). Gegenüber den bisherigen 6200 Mark ist das ein Zuwachs von 62,57 Mark. Bestehende Freistellungsaufträge wurden von den Banken zum Jahreswechsel in Euro umgerechnet. Wer sein Geld nur bei einem Institut angelegt hat, muss sich also um nichts kümmern. Sollte ein Sparer seinen Freibetrag auf mehrere Banken verteilt haben, sollte er jetzt noch einmal kontrollieren, ob die Summe der Aufträge die Höchstgrenze nicht über- oder unterschreitet. Anleger, die den Auftrag noch nicht gestellt haben, sollten dies bald nachholen. Dadurch lässt sich Geld sparen.

Steigt die Kilometerpauschale?

Bei der Kilometerpauschale wich die Regierung vom Grundprinzip der Umrechnung zu Gunsten des Steuerzahlers ab. Während sich die Pauschale für Fahrten zum Arbeitsplatz für die ersten zehn Kilometer von 70 Pfennig auf 36 Cent - das entspricht 70,4 Pfennig - geringfügig erhöht, wird sie für jeden weiteren Kilometer gekürzt - von 80 Pfennig auf 40 Cent, das sind 78,2 Pfennig.

Wie überweise ich meine Rechnungen?

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Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? Überweisungen können von Neujahr an grundsätzlich nur noch in Euro erfolgen. Formulare ohne das Währungskennzeichen "EUR" werden an den Kunden zurückgeschickt, um Irrtümer zu vermeiden. Rechnungsbeträge in D-Mark müssen zuerst nach dem fixierten Umrechnungskurs von 1,99583 D-Mark pro Euro umgerechnet werden. Dazu wird der D-Mark-Betrag durch 1,99583 geteilt und anschließend, bei krummen Beträgen, nach den gängigen Kaufmannsregeln gerundet. Und zwar von der dritten Stelle hinter dem Komma an nach oben beziehungsweise nach unten. Bei Ziffern zwischen eins und vier wird abgerundet, zwischen fünf und neun aufgerundet. Übrigens: Wer Euro in Mark umrechnet, muss den Betrag mit dem fixen Umrechnungskurs multiplizieren.

Was mache ich, wenn die Mark abgelehnt wird?

Man kann nichts dagegen unternehmen, wenn in den nächsten Wochen Einzelhändler die Annahme von Mark und Pfennig verweigern. Denn es gibt keine gesetzliche Regelung, die den Einzelhandel dazu zwingen würde, tatsächlich Mark und Pfennig noch weiterhin anzunehmen. Die Akzeptanz von Mark und Pfennig bis einschließlich 28. Februar hat ausschließlich freiwilligen Charakter. Denn die D-Mark hat mit dem Jahreswechsel ihre Funktion als allein gültiges Zahlungsmittel verloren.

Was wird aus meinen Telefonkarten?

Telefonkarten, die nach 1999 auf den Markt gekommen sind, sind grundsätzlich euro-tauglich. Ältere Karten haben mit dem Jahreswechsel ihre Gültigkeit verloren. Noch gespeicherte Beträge kann man sich in T-Punkt-Läden übertragen lassen. Die Telefonzellen der Telekom nehmen bis Ende Februar Mark- und Euro-Münzen an. Eine Einheit kostet künftig zehn Cent und damit etwas weniger als die 20 Pfennig bisher. Telefonkarten gibt es dann für fünf und zehn Euro statt für zwölf oder 50 Mark.

Gelten meine Briefmarken noch?

Briefmarken gelten wie bisher nur in ihrem Herkunftsland und behalten den Aufdruck Deutschland. Marken nur mit Pfennig-Aufdruck sind bis 30. Juni 2002 gültig und können danach in Euro-Marken eingetauscht werden. Bis zu 50 Mark ist der letzte Termin dafür der 30. September. Seit Mai 2000 gibt es aber auch Briefmarken mit dem Aufdruck von Mark und Euro. Die bleiben unverändert gültig. Die ersten reinen Euro-Marken erscheinen in diesen Tagen.

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