Wirtschaft : Euro: Geldscheine aus Baumwolle

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"Fühlen - Sehen - Kippen" - mit diesen drei einfachen Schritten können die Euro-Banknoten auf ihre Echtheit geprüft werden. Das sagt jedenfalls Eugenio Domingo Solans, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Scheine, die angeblich "zu den sichersten Geldscheinen der Welt gehören". Wer fühlt, bemerkt, dass die aus reiner Baumwolle im Stichtiefdruck hergestellten Euro-Banknoten im Wert von fünf, zehn, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro sich nicht nur von normalem Papier unterscheiden, sondern dass einige der abgebildeten Bildelemente auf der Vorderseite auch ertastbar sind. Das soll auch Blinden und Sehbehinderten eindeutig sagen, dass sie einen echten Euro-Schein in der Hand halten.

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Der Euro kommt - Infos zur Währungsumstellung Wer die Banknote im Gegenlicht betrachtet, sieht das Wasserzeichen mit dem jeweiligen Architekturmotiv und mit der Wertzahl des Scheines darunter. Sichtbar wird dabei auch der dunkle Sicherheitsfaden in der Mitte der Banknote. Wer die Euro-Scheine kippt, entdeckt auf der Vorderseite ein Hologramm, das je nach Betrachtungswinkel das jeweilige Architekturmotiv oder die Wertzahl des Scheines zeigt. Auf der Rückseite der "großen" Euro-Banknoten im Wert von 50, 100, 200 und 500 Euro ist ebenfalls beim Kippen jeweils rechts unten zu erkennen, dass die Farbe der großen Wertzahl von Purpurrot zu Olivgrün oder Braun wechselt.

Scheine mit Hologramm

Auf den niedrigeren Banknoten - also fünf, zehn und 20 Euro - finden sich zwei zusätzliche Sicherheitselemente: Beim Kippen wird rechts auf der Vorderseite ein silbriger Spezial-Folienstreifen sichtbar, der je nach Betrachtungswinkel das Euro-Symbol oder die Wertzahl des Scheines als Hologramm zeigt. Auf der Rückseite der niedrigeren Banknotenwerte wird ebenfalls beim Kippen ein goldfarbener Perlglanzstreifen erkennbar, in dem das jeweilige Euro-Symbol und der Wert zu erkennen sind.

Und noch eines zeichnet die Euro-Scheine aus: Je größer der Nennwert, desto größer ist auch die Banknote. Auch das gehört nach den Worten von Domingo Solans neben "Fühlen - Kippen - Sehen" zur "schnellen, einfachen und wirksamen" Prüfung der Euro-Scheine. Die 300 Millionen Bürger in Euroland müssen es einfach glauben. Erst in 122 Tagen werden sie es selbst testen können. Erst dann werden sie die ersten Euro-Scheine in Händen halten.

Mit der Präsentation der Euro-Geldscheine hat die EZB die Schlussphase der Einführung des neuen Bargeldes Anfang kommenden Jahres eingeläutet. EZB-Präsident Wim Duisenberg sagte bei der Vorstellung: "In diesem Augenblick streift uns der Mantel der Geschichte." Er räumte ein, dass der Euro bislang für viele Bürger nur als "virtueller Marktwert" wahrgenommen werde, obwohl er schon seit Anfang 1999 existiere. Der Euro sei aber mehr als eine Währung. Er stehe als "Symbol für die europäische Integration" auch für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Mit der Euro-Bargeldeinführung am 1. Januar 2002 würden rund 300 Millionen Europäer erkennen, dass sie "in ganz Europa zu Hause sind".

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