Wirtschaft : Euro im freien Fall: Ist der Euro noch zu retten?

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Die Ratlosigkeit der Experten steigt. "Ich habe keine Ahnung, wo der Umschwung herkommen soll, aber er wird kommen" - solche Sätze schnappt man in diesen Tagen selbst bei erfahrenen Volkswirten in Frankfurt auf. Was aber kann dem Euro helfen?

Zinsen: Weitere Leitzinserhöhungen durch die EZB, die den Euro tendenziell attraktiver machen könnten, dürften den Euro-Kurs kaum beeinflussen. Ganz abgesehen davon, dass die EZB nicht dazu da ist, aktive Wechselkursolitik zu betreiben. Sie muss allerdings die Folgen einer schwachen Währung bekämpfen und Preisrisiken abfedern. Wenn die Leitzinsen dem Euro auf die Beine helfen sollten, müssten sie ganz massiv steigen,. Das aber ist völlig unrealistisch.

Interventionen: Die EZB kann theoretisch jederzeit einen Teil ihrer Währungsreserven - dies sind in allererster Linie US-Dollar - verkaufen und damit den Eurokurs stützen. Immerhin verfügt die EZB derzeit gemeinsam mit den Euro-Notenbanken über Währungs-Rücklagen in Höhe von gut 265 Milliarden Euro. Verglichen mit den täglichen Umsätzen auf den Devisenmärkten - Schätzungen zufolge sollen weltweit jeden Tag im Schnitt Devisen im Wert von über 1500 Milliarden Dollar gehandelt werden - ist dies allerdings wenig. Wenn Interventionen etwas bewirken sollen, müssten sie massiv sein, für die Marktteilnehmer unerwartet kommen und in eine Trendwende hineinlaufen. Gegen den Trend, das hat die Vergangenheit gezeigt, können Interventionen wenig bis nichts ausrichten. Auf Dauer bringen Interventionen nichts. Und sie würden dem Ansehen der EZB schaden. Und damit auch dem Euro.

Ausstieg aus dem Euro: Diese Option, die von den Kritikern des Geldverbundes jetzt wieder aufgetischt wird, scheidet wahrlich aus. Die WWU ist nicht zurückzudrehen, nicht nur aus juristischen, sondern vor allem aus politischen Erwägungen.

Reformpolitik: Natürlich gibt es in Euroland noch viel zu tun, am Arbeitsmarkt, in der Reform der Altersvorsorge etwa. Das würde dem Euro sicher weiter helfen. Andererseits haben die Regierungen gerade auch durch den Druck der WWU in letzter Zeit Erstaunliches bewegt. Das Standortlob ist die beste Hilfe für den Euro.

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