Wirtschaft : Euro-Kosten von 25 DM je Konto

Sparkassen und Handwerk unterwegs zur WŠhrungsunion / Keine Zusatzkosten fŸr Verbraucher

BONN (wei).Die Sparkassen wollen ihre mittelstŠndischen Kunden aktiv, aber weitgehend gebŸhrenfrei in die EuropŠische WŠhrungsunion begleiten.Holger Berndt, GeschŠftsfŸhrendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), sagte am Montag in Bonn, sein Verband habe zwar keinen direkten Einflu§ auf die GebŸhrenpolitik der Mitgliedsinstitute, er gehe aber davon aus, da§ sich allein wegen der Wettbewerbssituation kaum GebŸhren im Zusammenhang mit der Umstellung auf den Euro durchsetzen lassen.Die Kosten Ð ohne die Beratung der Kunden Ð beziffert Berndt fŸr die Sparkassen auf rund eine Mrd.DM, pro Konto sind das rund 25 DM.Trotz der noch offenen Fragen mŸ§ten sich alle Unternehmen bereits heute auf die WŠhrungsunion einstellen, betonte Berndt auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem GeneralsekretŠr des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer. Beide Organisationen haben einen umfangreichen Katalog von Fragen entwickelt, die mittelstŠndische Firmen vor dem Beginn der EWWU beantworten sollten.Es gehe nicht nur um die technische Seite der WŠhrungsumstellung, betonen Berndt und Schleyer, sondern auch um die Erkenntnis, da§ damit strategische Entscheidungen auf die Unternehmen zukommen.Es werde gravierende VerŠnderungen des wettbewerblichen Umfelds geben, die wesentlich grš§ere Auswirkungen hŠtten.Jede Umstellungsstrategie mŸsse deshalb mit einer Markt- und Wettbewerbsanalyse beginnen.Die Sparkassen wollen ihren Kunden dabei helfen, Risiken und Chancen des einheitlichen WŠhrungsraumes zu entdecken und zu nutzen.Beide VerbŠnde sprechen sich fŸr eine mšglichst kurze †bergangsfrist auf das Euro-Bargeld aus.Ein "Big BangÒ sei nicht nur fŸr die Betriebe selbst wichtig, sondern auch fŸr die Akzeptanz der neuen WŠhrung, sagt Schleyer.Eine Verwendung von zwei WŠhrungen Ÿber mehrere Monate sei weder fŸr die Wirtschaft noch fŸr die Verbraucher sinnvoll. NachdrŸcklich wendet sich der ZDH gegen eine doppelte Preisauszeichnungspflicht.Das werde nur in einem "Schilderwald enden, der mehr verwirren als aufklŠren wŸrdeÒ.Die Wirtschaft sei aber bereit, sich selbst zu einer grš§tmšglichen und sinnvollen Transparenz zu verpflichten. Auch Schleyer weist die BefŸrchtung der VerbraucherverbŠnde zurŸck, das Handwerk kšnne die WŠhrungsumstellung zu verdeckten Preiserhšhungen nutzen.Der Wettbewerbsdruck sei fŸr die meisten Betriebe so stark, da§ selbst die normalen Kostensteigerungen kaum noch an die Kunden weitergegeben werden kšnnten."Wir mŸssen davon ausgehen, da§ viele Unternehmen auf den Umstellungskosten sitzenbleiben und erst mittelfristig, etwa Ÿber gŸnstigere Einkaufsmšglichkeiten, von der WŠhrungsunion profitieren.Ò ZDH und DSGV verlangen die "uneingeschrŠnkte Euro-OptionÒ von 1999 an.Es sei nicht einsichtig, da§ die Wirtschaft bis dahin Rechnungen und Zahlungen in Euro abwickle, der Staat dazu aber nicht in der Lage sei.Bislang wollen FinanzŠmter und Sozialversicherung den Euro erst ab 2002 verwenden.Einem "Big bangÒ bei der EinfŸhrung des Euro-Bargeldes stehen nach Angaben Berndts technisch nur noch die Automaten im Wege.Es sei noch kein Weg gefunden, dort die EinfŸhrung des Euro sicherzustellen.

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