Euro-Krise : Anleger fordern Schadenersatz für Schuldenschnitt

Private Gläubiger haben angekündigt, für den Schuldenschnitt Griechenlands vor Gericht zu ziehen. Sie fühlen sich um ihre Griechenland-Anleihen betrogen.

Der Schuldenschnitt in der Euro-Krise hat die Griechen gefreut - deutsche Anleger nicht.
Der Schuldenschnitt in der Euro-Krise hat die Griechen gefreut - deutsche Anleger nicht.Foto: dpa

Der Schuldenschnitt Griechenlands bei seinen privaten Gläubigern wird ein juristisches Nachspiel haben. Eine Hamburger Kanzlei teilte am Montag mit, sie habe für 110 Besitzer von Griechenland-Anleihen eine Schutzgemeinschaft gegründet und bereite Schadensersatzklagen gegen Banken und den Staat Griechenland vor. Zum einen seien die Kunden von den Banken falsch beraten worden, teilte Rechtsanwalt Matthias Gröpper mit. Zum anderen hafte Griechenland, weil der Zwangsumtausch durch das deutsch-griechische Investitionsschutzabkommen ausgeschlossen werde. Dieser Vertrag schütze deutsche Anleger ausdrücklich vor politischen Risiken. Die Kanzlei "Gröpper Köpke" arbeite bereits mit amerikanischen, britischen und griechischen Anwälten zusammen.

Schuldenschnitt und mehr: Fünf Beschlüsse für den Euro
Auf dem Euro-Krisengipfel in Brüssel sind in zehnstündigen Beratungen wichtige Entscheidungen getroffen worden. Hier ein Überblick in Bildern: Der wohl wichtigste Punkt ist ein Schuldenschnitt für Griechenland (im Bild Finanzminister Evangelos Venizelos und Ministerpräsident Giorgios Papandreou). Die Banken erlassen Griechenland 50 Prozent seiner Schulden - „freiwillig“, wie in einer Erklärung betont wird. Das entspricht rund 100 Milliarden Euro. Dadurch soll der Schuldenstand Athens bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gedrückt werden, damit Griechenland die Aussicht bekommt, eines Tages wieder ohne ausländische Finanzhilfen auszukommen. Heute liegt der Wert bei 160 Prozent - zu viel für das Land. Die privaten Gläubiger sollen ihre Anleihen nun Anfang des Jahres umtauschen. Der Euro-Rettungsfonds (EFSF) sichert diesen Vorgang mit 30 Milliarden Euro ab.Alle Bilder anzeigen
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27.10.2011 07:57Auf dem Euro-Krisengipfel in Brüssel sind in zehnstündigen Beratungen wichtige Entscheidungen getroffen worden. Hier ein Überblick...

Bereits am Samstag hatte das Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft von Kapitalanleger, Daniel Bauer, Klagen angekündigt. "Wir werden jetzt rechtliche Maßnahmen ergreifen", sagte er im Deutschlandfunk. Ziel sei es, dass zumindest die Kleinanleger 100 Prozent ihrer Forderungen zurückerhielten. (rtr)

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