Euro-Krise : Lösungsvorschläge für Griechenland

Welche Möglichkeiten gibt es, die Griechen von ihrem Schuldenberg zu entlasten?

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Vor dem EU-Gipfel am Donnerstag suchen die Politiker nach einer Lösung für die Frage, wie man die Griechen von ihrem Schuldenberg entlasten kann, ohne das Land für pleite zu erklären.

Nach Informationen der Agentur Reuters ziehen sie dafür eine europäische Bankensteuer in Betracht. In EU-Kreisen hieß es, mit einer neuen Bankenabgabe, die dem griechischen Staat zugutekäme, könnten zehn Milliarden Euro zusammenkommen. Zudem sollten die Banken freiwillig neue Anleihen zeichnen, wenn alte Kredite auslaufen. Frankreich und Griechenland selbst sollen das Modell befürworten. Der Vorteil dieser Lösung wäre, dass die Ratingagenturen sie nicht als Ausfall der griechischen Staatsanleihen werten würden. Allerdings käme weniger Geld herein als bei den anderen Varianten.

Stärker entlastet würden die Griechen, wenn sie ihre Anleihen mithilfe des Europäischen Rettungsfonds zu den aktuellen Niedrigpreisen zurückkaufen könnten und so ihren Schuldenstand verringerten. Auch ein Umtausch der Anleihen in Papiere mit längeren Laufzeiten und niedrigeren Zinsen, wie ihn die französischen Banken vorgeschlagen haben, würde helfen. Beide Varianten aber würden von den Agenturen als Bankrotterklärung gewertet, was negative Folgen für das Finanzsystem haben könnte. Die deutschen Banken warnen deshalb stets vor einem Schuldenschnitt. Eine neue Steuer wollen sie aber auch nicht zahlen: „Eine derartige Sonderabgabe ist nicht gerechtfertigt“, sagt Michael Kemmer, Geschäftsführer des Bankenverbands. „Damit würde eine Branche in die Pflicht genommen, die nur zu einem kleinen Teil auch Gläubiger Griechenlands ist.“

In Deutschland zahlen die Banken schon eine Abgabe zur Sicherung des Finanzsystems.

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