Wirtschaft : Euro-Krise treibt die Schulden hoch

Frankfurt am Main - Die Euro-Schuldenkrise hat im vergangenen Jahr auch den deutschen Schuldenberg weiter wachsen lassen. Zum Jahresende 2012 erreichten die deutschen Staatsschulden den Rekordwert von 2,166 Billionen Euro (2011: 2,085 Billionen), wie die Deutsche Bundesbank am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Die stark gestiegenen Steuereinnahmen in Deutschland führten zwar zu einem rechnerischen Binnenüberschuss von rund vier Milliarden Euro, konnten aber die Kosten der Rettungsmaßnahmen nicht kompensieren.

Zur Stützung kriselnder Euro-Staaten setzte Deutschland im vergangenen Jahr 45 Milliarden Euro ein. 36 Milliarden Euro wurden als Hilfskredite über den Rettungsschirm EFSF gewährt, die übrigen neun Milliarden Euro gingen als Kapital in den nachfolgenden dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM.

Seit 2008 hat der deutsche Staat rund 65 Milliarden Euro für die Rettungskredite für Staaten aufgewendet. Zur Stützung des Finanzmarktes und der Banken wurden in dem Zeitraum 285 Milliarden Euro aufgebracht. Den zusätzlichen Bruttoschulden stehen aber Forderungen gegenüber, so dass bei Rückzahlung der Hilfskredite der Schuldenstand auch wieder sinke, erläuterte die Bundesbank.

Die deutsche Schuldenquote im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs nach Bundesbank-Angaben um 1,5 Punkte auf den historischen Höchstwert von 81,9 Prozent. Der Maastricht- Pakt verlangt einen Wert von 60 Prozent, der von Deutschland zuletzt 2001 erreicht worden war. Negativ auf die Gesamtverschuldung wirkte sich laut Bundesbank auch aus, dass die Überschüsse der Kommunen und Sozialversicherungen in deren Rücklagen flossen. Die Defizite von Bund und Ländern schlugen so voll auf die Bruttoschulden durch.

Bei der sogenannten Maastrichtquote hatte Deutschland im vergangenen Jahr mit plus 0,2 Prozent erstmals seit 2007 wieder einen Überschuss aufgewiesen, wie das Statistische Bundesamt bereits im Februar mitgeteilt hatte. Erlaubt ist nach den europäischen Verträgen höchstens ein Defizit von 3,0 Prozent des BIP. dpa

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