Wirtschaft : Euro-Kurs: Gemeinschaftswährung rutscht nach US-Konjunkturdaten unter 95 Cent

Der Euro ist am Freitag im frühen New Yorker Handel nach der Veröffentlichung der besser als erwartet ausgefallenen US-Einzelhandelsumsätze um mehr als einen halben US-Cent unter die Marke von 0,95 Dollar gerutscht. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,9472 Dollar nach 0,9530 Dollar kurz vor der Bekanntgabe der Daten. Die Zahlen zeigen nach Analystenangaben, dass die Abkühlung der US-Konjunktur nicht so ausgeprägt ist, wie von vielen angenommen. Das stärke den Dollar. Das US-Handelsministerium hatte am Nachmittag in Washington mitgeteilt, die US-Einzelhandelsumsätze seien im Dezember um 0,1 Prozent zum Vormonat gestiegen, nachdem sie im November noch um 0,5 Prozent gefallen waren. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,4 Prozent zum Vormonat erwartet. Die Börsen reagierten nur kurzzeitig positiv: Sowohl der Dow Jones als auch der technologielastige Nasdaq-Index rutschten nach einem guten Beginn im Verlauf des Handels ab.

Die US-Erzeugerpreise haben sich den Angaben zufolge im Dezember zum Vormonat nicht verändert, nachdem sie im November noch um 0,1 Prozent gestiegen waren. Analysten hatten im Mittel einen Anstieg um 0,1 Prozent prognostiziert. Ohne die schwankungsanfälligen Komponenten Nahrungsmittel und Energie (Kernrate) stiegen die Produzentenpreise im Dezember zum Vormonat um 0,3 Prozent. Steigende Einzelhandelsumsätze und eine steigende Kernrate widersprechen Analysten der Hypo-Vereinsbank zufolge dem bisherigen Szenario einer kräftigen US-Konjunkturabschwächung. Für den Euro bedeute dies zunächst eine erhöhte Chance für eine Seitwärtsbewegung, schreiben die Analysten in einem Bericht, in dem sie die Auswirkungen verschiedener Konjunkturdaten durchspielen.

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