Wirtschaft : Euro macht Autos in Deutschland billiger

ROLF OBERTREIS

Kostendruck für Auto-Hersteller wächst / Importeure verbuchen Absatzplus von 3,4 ProzentVON ROLF OBERTREIS

BAD HOMBURG.Autos in Deutschland werden durch die Einführung des Euro wahrscheinlich billiger."Der Preisdruck durch den Euro wird stärker, weil die Preise in den Mitgliedsländern der Währungsunion vergleichbar werden", vermutet Volker Lange, Präsident des Verbandes der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK).Trotz zum Teil erheblicher Preisunterschiede für identische Pkw in Deutschland und anderen Ländern der EU seien 1997 aber wohl nur 150 000 solcher Grauimporte durch Autokäufer nach Deutschland gekommen.In der Vergangenheit seien es schon einmal 200 000 Autos gewesen, meint Lange. Der Euro wird die Autohersteller zu weiteren Kosteneinsparungen zwingen, glaubt der VDIK-Präsident.Der ohnehin schon starke Druck werde noch größer."Generell wird es immer schwieriger, mit dem Autoverkauf Gewinne zu erwirtschaften".Deshalb stünde bei allen Unternehmen die Frage im Mittelpunkt, wie die Betriebs- und Produktionskosten weiter gesenkt werden können.Für den Automarkt im laufenden Jahr ist Lange verhalten optimistisch.Die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und die hohe Steuer- und Abgabenbelastung verhinderten einen Anschaffungsschub.Dazu käme der Bundestagswahlkampf und die Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1.April.Trotzdem erwarten die Autoimporteure einen Anstieg der Auto-Nachfrage in Westdeutschland um fünf Prozent, weil die Verbraucher die Konjunkturentwicklung gedämpft zuversichtlich beurteilten.In Ostdeutschland seien die Konsumenten dagegen eher pessimistisch. Wie die deutschen Hersteller fordern auch die Importeure die Bundes- und Landesregierungen auf, mehr Geld in den Straßenbau zu stecken.14 Mrd.Liter Benzin würden jährlich durch Stop and Go-Verkehr und durch Staus unnötig verbraucht.VDIK-Chef Lange warnt auch davor, die Autofahrer über eine Erhöhung der Mineralölsteuer und Straßennutzungsgebühren weiter zu belasten. Wirtschaftlich stehen die Importeure in Deutschland gut da.1997 konnten sie ihren Marktanteil von 32,4 auf 33,2 Prozent steigern.Nur durch die Verkäufe der Importeure, so Lange, sei der Neuwagenabsatz in Deutschland 1997 um ein Prozent auf 3,53 Millionen Pkw und Kombis gestiegen.Der Absatz der einheimischen Hersteller sei um 0,3 Prozent zurückgegangen, die Verkaufszahl der Importeure um 3,4 Prozent auf 1,17 Millionen Fahrzeuge gestiegen.Ursache für den Erfolg der Importeure waren allerdings auch die Lieferverzögerung vielgefragter neuer deutscher Modelle, etwa des Golf oder der A-Klasse von Daimler-Benz.Wichtigste Auto-Importeure sind nach wie vor die Japaner mit 12,3 Prozent vor den Franzosen mit 9,6 Prozent und den Italienern (4,2 Prozent).

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