Wirtschaft : Euro: Preiskampf bei Lebensmitteln

msh

Der Lebensmittel-Einzelhandel machte zu Beginn des Jahres mit Sonderaktionen auf sich aufmerksam. Aldi nutzte die Euro-Einführung für eine werbewirksame Abrundung seiner Preise. Konkurrenten wie Lidl oder Rewe zogen zähneknirschend nach. Das heißt aber nicht, dass die Preise jetzt niedriger sind als vor einem Jahr. Im Gegenteil: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind Nahrungsmittel im Jahr 2001 um durchschnittlich 4,7 Prozent teurer geworden. Und nach Untersuchungen der Verbraucherzentralen haben die Händler die Preise 2001 vor allem erhöht, um Spielraum für Preissenkungen zu gewinnen.

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Und den nutzen die Handelskonzerne jetzt aus. "Der Preiskampf im Lebensmittelhandel ist voll entbrannt", sagt Handelsexperte Volker Dölle. Nach Discountern wie Aldi oder Plus zögen jetzt die Supermärkte nach. Die Lebensmittel-Kette Rewe wird in ihren Supermärkten Minimal und HL die Preise für Produkte der Handelsmarke "Ja!" um ein bis drei Prozent senken. Wirtschaftlich sinnvoll sind die Preissenkungen nach Ansicht Dölles nicht. Deutschland habe im europäischen Vergleich im Einzelhandel die niedrigsten Preise. Jetzt drohe die Gefahr, dass die Preise unter das Niveau des Vorjahres sinken. "Der Preiskampf ist Ausdruck des harten Wettbewerbs", meint auch Rolf Spannagel, Geschäftführer des Instituts für Markt- und Wirtschaftsforschung. Dass der Preiskampf zu einer Pleite einer der Branchengrößen wie Rewe, Lidl oder Tengelmann führen wird, halten Experten für unwahrscheinlich. Dölle: "Von dem Preiskampf profitieren die Handelsmarken. Leiden werden die mittelständischen Lebensmittelproduzenten, die dem Preisdruck der Konzerne nicht gewachsen sind."

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