Euro-Rettungschirm : EU-Finanzminister setzen den Hebel an
01.10.2011 16:56 UhrBerlin/Brüssel - Wenn die Finanzminister der Euro-Zone am Montagabend in Luxemburg auseinandergehen, könnte der eine oder andere das Bedürfnis nach einem Bier verspüren. Bei dem Treffen geht es um schwindelerregende Summen. Schon jetzt sollen sie Steuergelder in Höhe von 440 Milliarden Euro an hoch verschuldete Partnerstaaten verleihen, vorausgesetzt, die beschlossene Erhöhung wird von den Parlamenten aller 17 Mitgliedsländer abgesegnet. Am Montag werden die Minister auch darüber reden, wie man aus der Summe mehr machen kann. Am Ende könnten es Billionen werden.
Am Mittwoch hatte EU-Kommissionschef José Manuel Barroso bestätigt, dass seine Behörde an Vorschlägen arbeitet, um „den finanziellen Rahmen so effizient wie möglich zu nutzen“.
Die Beamten wollen das Geld „hebeln“. Wie das funktioniert, können sie im Hotelzimmer mit ihrer Bierflasche ausprobieren. Ein Flaschenöffner nutzt das Prinzip der Hebelwirkung, um mit wenig Kraftaufwand einen festsitzenden Kronkorken von der Flasche zu hebeln.
In die Finanzwelt übertragen lautet das Prinzip: Mit wenig Geld einen riesigen Gewinn erzielen. In der Finanzkrise ist das Modell ziemlich in Verruf geraten. Hedgefonds zum Beispiel spekulieren in der Regel mit hohem Einsatz und hohem Risiko. Den größten Teil des Geldes haben sie sich nur geliehen. Läuft es gut, ist ihr Gewinn am Ende so groß, dass sie die Kredite locker zurückzahlen können. Platzt das Geschäft, trifft der Verlust auch die Gläubiger hart.
Mit einem Garantierahmen von insgesamt 780 Milliarden Euro könnte auch der EFSF mehrere Billionen Euro aufnehmen, um für den Fall gewappnet zu sein, dass nach Griechenland, Irland und Portugal die viel größeren Eurostaaten Spanien und Italien Probleme bekommen.
Die Lizenz zum Gelddrucken: Wie die Zukunft des Rettungsschirms aussehen könnte, lesen Sie auf Seite 2.




















