Wirtschaft : Euro-Schwäche: Wachsende Kritik an EZB-Präsident Wim Duisenberg

Nach der jüngsten Euro-Schwäche wird zunehmend Kritik an Wim Duisenberg laut. Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter gab dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank in einem Gastbeitrag für "Die Welt" die Mitschuld an der Euro-Schwäche. "Wer in solcher Herausforderung nicht immer voll und ganz wachsam ist, entspricht nicht seiner Aufgabe." Duisenberg habe dem Euro durch sein am Montag veröffentlichtes "Unglücksinterview" mit der britischen Zeitung "The Times" einen Tritt gegeben. Er hatte darin eine neuerliche Intervention der Notenbanken für den Euro mit Blick auf die Nahost-Krise de facto ausgeschlossen. Der sozialistische Haushaltsexperte Didier Migaud sagte in Paris, es gebe ein "Kompetenzproblem der Persönlichkeiten, die mit der Definition der Geldpolitik betraut sind". Der Rechtspolitiker Charles Pasqua, Chef der Euro-kritischen Sammlungsbewegung für Frankreich (RPF), forderte sogar eine Volksabstimmung über den Euro. Die Währung pendelte unterdessen im Devisenhandel weiterhin um die Marke von 0,84 Dollar.

An den Aktienmärkten ging es verhältnismäßig ruhig zu. Der deutsche Markt reagierte kaum auf die schwächere Eröffnung an der New Yorker Börse und tendierte uneinheitlich mit leicht negativer Tendenz bei Technologietiteln. Unter Europas Topwerten sorgte Ericsson für Furore. Geschäftszahlen der Schweden waren zwar sehr gut, aber der Telekom-Ausrüster nahm seine Prognosen deutlich zurück, worauf die Aktie zeitweise um fast 30 Prozent abstürzte.

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