Wirtschaft : Euro: Spekulationen über Interventionen stützen die Währung.

Spekulationen über neuerliche Interventionen der Notenbanken zu Gunsten des Euro haben nach dem Nein der Dänen zur Einführung des Euro einen Absturz der Gemeinschaftswährung verhindert. So erklärten Händler und Analysten am Freitag die überraschend moderate Reaktion der Devisenmärkte. "Ein Eingreifen wird nach der ersten koordinierten Intervention vom vergangenen Freitag jetzt ständig für möglich gehalten", sagte ein Händler in Frankfurt. Mit Spannung werde nun vor allem auf das künftige Verhalten der US-Notenbank gewartet. Denn nur wenn die Federal Reserve (Fed) bei neuerlichen konzertierten Stützungskäufen mitwirke, könne dies den Euro nachhaltig stützen, hieß es. Im frühen New Yorker Handel gewann der Euro gegen den Dollar wieder etwas an Boden, nachdem die Möglichkeit einer Zentralbankintervention stärker in Betracht gezogen wurde. Im frühen US-Geschäft hatte die Gemeinschaftswährung etwas nachgegeben. Dabei habe es sich vor allem um einen Test der Interventionsbereitschaft der Zentralbanken gehandelt, sagten Analysten.

Fraglich sei, wie lange die USA an gemeinsamen Stützungskäufen teilnehmen werden, hieß es am Markt. "Wenn die USA wiederholt Dollar verkaufen müssen, riskieren sie auch einen Vertrauensverlust für ihren eigenen Finanzmarkt", sagte Ken Landon von der Deutschen Bank in Tokio. "Aber wenn die EZB ohne die Fed intervenieren sollte, wird der Markt darin mangelnde Einigkeit sehen und den Euro dafür bestrafen." Isolierte Interventionen seien selten, die Notenbanken würden wahrscheinlich noch einmal eingreifen. Händler in Tokio hielten schon ab einem Niveau von 87 US-Cents ein Eingreifen der Notenbanken für möglich. EZB-Chef Duisenberg sagte am Freitag in Brüssel, er werde sich erst zu Interventionen äußern, wenn diese stattgefunden hätten. "Die (Interventions-) Spekulationen gibt es nach wie vor, aber sie alleine werden den Euro nicht auf einem bestimmten Niveau halten können", sagte ein Händler in London. Daher bleibe der Euro weiterhin anfällig für Kursschwankungen. "Es wäre nicht überraschend, in den kommenden Tagen schwächere Kurse beim Euro zu sehen", sagte Nick Parsons, Devisenanalyst bei der Commerzbank in London. Die Märkte rechneten jedoch nicht damit, dass der Euro auf seinem Tiefststand verharre. Im Falle von erneuten Kurseinbußen des Euro sollten die Notenbanken bereits eingreifen, bevor der Euro abgestürzt sei. "Alles andere würde nach einer defensiven Aktion aussehen."

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