Wirtschaft : Euro-Start soll nichts kosten

EU-Empfehlung zur Umstellung / Handel will doppelt auspreisen BRÜSSEL (dpa).Die Umstellung auf den Euro soll für die Bankkunden keine Extra-Gebühren kosten.Gleichzeitig soll der Verbraucher in der Übergangszeit zum Euro vom 1.Januar 1999 bis 30.Juni 2002 durch doppelte Preisauszeichnung an die neue Währung gewöhnt werden.Dies hat die Europäische Kommission am Mittwoch in Brüssel empfohlen.Die Kommission setzt dabei auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Banken und des Handels.Sie behält sich aber rechtlich bindende Vorschriften vor, falls ein freiwilliger Verhaltenskodex nicht zustandekommt oder nicht eingehalten wird.Die Banken sollten in folgenden Fällen keine zusätzlichen Gebühren erheben: Bei der Umstellung von eingehenden und ausgehenden Zahlungen in Euro oder in die nationale Währung, bei der Umstellung von Bankkonten auf den Euro sowie beim Tausch von Banknoten und Münzen in den Euro Anfang 2002.Gebührenfrei sollte aber nur der Tausch von Beträgen in Höhe der "Familienkasse" sein und nicht höhere Beträge.Ganz allgemein sollten die Finanzinstitute keine anderen Gebühren bei Euro-Transaktionen verlangen als bei denen in nationalen Währungen. Bei der doppelten Preisauszeichnung verzichtet die Kommission auf Vorschriften auf europäischer Ebene.Sie erwartet, daß sich in den Mitgliedsstaaten nach und nach die Kundeninformation in der alten und neuen Währung durchsetzen wird.Sie dringt dabei auf gleiche Prinzipien.So sollen die offiziellen Umrechnungstabellen benutzt und die Preise auf- und abgerundet werden.Die Kommission warnt dabei vor Preiserhöhungen durch systematisches Aufrunden.Handel und Verbraucherverbände sollten sich auf standardisierte Preisschilder einigen.Ferner wünscht die Kommission Hinweisschilder in den Geschäften, ob sie in der Übergangsphase Zahlungen in Euro annehmen.Verhaltenskodizes über doppelte Preisauszeichnung sollten, wenn möglich, zwischen den Berufsorganisationen und den Verbraucherverbänden ausgehandelt werden.Die Kommission spricht sich dafür aus, die Einhaltung der Vereinbarungen zu kontrollieren. EU-Kommissionspräsident Jacques Santer sagte bei der Vorstellung der Empfehlungen, die den Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel am 2.Mai in Brüssel vorgelegt werden sollen: "Die Währungsunion darf nicht auf dem Rücken der Verbraucher verwirklicht werden." Der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Mario Monti sagte: "Die Kosten für den Kunden müssen so gering wie möglich gehalten werden." Er setzt darauf, daß der Wettbewerb die Banken zwingt, die Kosten nicht auf den Verbraucher umzuwälzen. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) will seinen Mitgliedsverbänden empfehlen, in der Übergangsphase zum Euro von 1999 bis 2002 die Preise sowohl in der alten und wie auch in der neuen Währung auszeichnen zu lassen.Dies bestätigte am Mittwoch HDE-Geschäftsführer Horst Krüger in Köln.Die doppelte Auszeichnung müßte aber auf freiwilliger Grundlage vorgenommen werden und nicht etwa auf gesetzlicher Basis, betonte Krüger.Mit einer solchen Regelung würde der Einzelhandel in Deutschland dem Vorschlag der EU-Kommission folgen.Im übrigen werde wohl "der Markt die Sache von allein regeln", meinte der HDE- Sprecher.

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