• Euro steigt auf den höchsten Stand seit Januar 2001 Ifo-Präsident Sinn erwartet bis Jahresende Parität zum Dollar

Wirtschaft : Euro steigt auf den höchsten Stand seit Januar 2001 Ifo-Präsident Sinn erwartet bis Jahresende Parität zum Dollar

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Frankfurt (Main)/Luxemburg (dpa/rtr). Der Euro hat am Dienstag deutlich an Wert gewonnen und ist auf den höchsten Stand seit Januar 2001 gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9435 (Montag: 0,9313) US-Dollar fest. Experten erwarten einen weiteren Anstieg. „Der Euro wird weiter steigen und kann bis zum Jahresende ohne weiteres auf einen Dollar kommen“, sagte Hans-Werner Sinn, Chef des Münchener Ifo-Institutes.

Die Parität zum Dollar bezeichnete der Chef des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung als den langfristig richtigen Eurokurs. Die Exporteure müssten sich zwar etwas Sorgen machen wegen des starken Euro, aber der aktuelle Kursanstieg sei bereits in die Konjunkturprognosen einkalkuliert. „Außerdem findet der meiste Handel mit anderen Ländern der Euro-Zone statt und ist deshalb nicht wechselkursabhängig.“ Vor allem der deutsche Außenhandel mit Frankreich entwickle sich erfreulich.

Unterdessen ist die EU den Spekulationen um den „Teuro“ entgegengetreten. Die Einführung des Euro hat ihrer Einschätzung nach nur in sehr begrenztem Maße den Preisauftrieb in der Eurozone beschleunigt. „Der Euro hatte nur geringe Auswirkungen“, sagte EU-Währungskommissar Pedro Solbes am späten Montagabend in Luxemburg nach Beratungen mit den Finanzministern der Euroländer. Etwa 0,16 Prozentpunkte der Inflationsrate gingen auf das Konto der Bargeldumstellung, sagte Solbes. Viel deutlicher hätten sich dagegen höhere Preise für Obst und Gemüse und die Erhöhung der Tabaksteuern in manchen Ländern bemerkbar gemacht. Die Inflationsrate in der Eurozone war im Mai nach ersten Schätzungen auf 2,0 Prozent gesunken. Im April lag der Wert noch bei 2,4 Prozent.

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