Wirtschaft : Euro streift die Parität zum Dollar

Schwache US-Konjunkturdaten stärken Europas Währung

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Frankfurt (Main) (AFP). Der Euro hat wegen schwacher Konjunkturdaten aus den USA erstmals seit mehr als drei Monaten wieder mit dem USDollar gleichgezogen. Am Londoner Devisenmarkt wurden am Freitagnachmittag zeitweise bis 1,003 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Zuletzt hatte sich der Kurs des Euro am 25. Juli oberhalb der Schwelle von einem Dollar bewegt. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,996 Dollar in London dann wieder unterhalb der Marke von einem Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte am Freitag einen Referenzkurs von 0,9974 Dollar fest. Dies war über ein Cent mehr als am Donnerstag und über zwei Cent mehr als zu Wochenbeginn.

Der rasante Anstieg des Euro hatte mit dem stark gesunkenen Vertrauen der US-Verbraucher begonnen. Der dazu zusammengestellte Index des privaten Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board hatte am Dienstag den tiefsten Stand seit neun Jahren erreicht. Im Laufe des Freitags wurde der Euro dann durch die Furcht vor weiteren schlechten Nachrichten aus den USA beflügelt. Auch wenn die Arbeitslosenquote mit 5,7 Prozent (September: 5,6 Prozent) schließlich etwas besser ausfiel als von den Experten erwartet, gab der Euro seine Gewinne zunächst kaum ab. Der Grund: Auch die Zahl der Arbeitsplätze verringerte sich im zweiten Monat in Folge. Ein weiteres Indiz für dieWachstumsschwäche der USA ist die sinkende Konsumlust der Amerikaner. Erstmals seit einem Jahr sanken die Verbraucherausgaben im September um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Volkswirte hatten nur mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent gerechnet. Zudem sank der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM), der auf die Lage der Industrieproduktion schließen lässt.

Die Börsen in Europa und die Wall Street reagierten kaum auf die Zahlen. In Frankfurt eröffnete der Dax im Minus, drehte im weiteren Handelsverlauf dann aber ins Plus und schloss bei 3165 Punkten, einem Plus von 0,39 Prozent. Die Wall Street eröffnete mit leichten Gewinnen und baute sie im Handelsverlauf auf ein Plus von 1,43 Prozent aus, so dass der Dow-Jones-Index auf 8517,60 Zählern schloss. Auf Grund der schlechten Nachrichten rechnen viele Finanzexperten nun mit einer Zinssenkung durch die Notenbank Federal Reserve in der kommenden Woche. Dies würde die Kreditzinsen für Unternehmen und Private noch einmal absenken.

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