Wirtschaft : Euro: Ulrich Kater im Gespräch: "Die EZB darf nicht übertreiben"

Herr Kater[halten Sie die Zinserhöhung f&uum]

Ulrich Kater ist Volkswirt und EZB-Beobachter bei der DGZ-Deka-Bank, Frankfurt der Investmentbank der Sparkassen.

Herr Kater, halten Sie die Zinserhöhung für angemessen?

Die Erhöhung ist mit Blick auf die robuste Konjunktur grundsätzlich gerechtfertigt. Wir rechnen - trotz des leichten Stimmungsumschwungs bei Unternehmen und Verbrauchern - mit einem Aufschwung in Europa. Dass der Zinsschritt so überraschend kommt, zeugt von der schlechten Kommunikationspolitik der EZB.

Wird die Zinserhöhung dem schwachen Euro helfen?

Vorübergehend. Die EZB will mit ihrer Entscheidung dem Euro Dampf machen. In der momantanen markttechnischen Situation ist das auch sinnvoll. Aber: Zinserhöhungen wirken nur kurzfristig auf den Wechselkurs. Langfristig ist entscheidend, ob das erwartete Konjunkturszenario eintritt.

Sind weitere Interventionen am Devisenmarkt nun nicht mehr nötig?

Sie sind unwahrscheinlicher geworden, für ausgeschlossen halte ich sie nicht.

Erwarten Sie weitere Zinserhöhungen?

Das hängt von der Entwicklung des Euro-Kurses ab. Es könnte Anfang kommenden Jahres weitere Zinsschritte der EZB geben. Bis zu einem Satz von fünf Prozent bewegt sich die Notenbank noch im Bereich geldpolitischer Neutralität. Danach würde sie einen restriktiven Kurs einschlagen. Ich hoffe, die Währungshüter übertreiben nicht. Zwei weitere Zinsschritte im laufenden Jahr wären zu viel für die Konjunktur.

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